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Bistum Dresden-Meißen

Weltkirchen-Flair auf den Marktplätzen

Jugendliche gingen mit dem Weltjugendtagskreuz in die Öffentlichkeit

Plauen / Zwickau / Dresden (tdh) -Große Menschenmengen ließen sich im Vogtland auch mit dem Weltjugendtagskreuz nicht mobilisieren, aber das hatte der Plauener Gemeindereferent Stephan Kupka nicht wirklich anders erwartet. Die katholische Jugend, die an übersichtliche Teilnehmerzahlen gewohnt ist, fühlte sich vor dem Kreuz, das auf dem Weg durch das Bistum Dresden-Meißen am 7. September in Plauen Halt machte, dennoch nicht verloren. Die Verbundenheit mit den Millionen anderen Jugendlichen in aller Welt, die in den vergangenen 20 Jahren vor diesem Stück Holz gebetet hatten, war für viele geradezu körperlich spürbar und machte es leicht, still zu werden und zu beten.

Zur Frühschicht um 4.30 Uhr war die Jugend der Gemeinde nahezu komplett versammelt, und jeder versuchte für sich persönlich, eine Antwort zu finden auf die Frage, die Jesus seinen Jüngern stellte: "Und für wen haltet ihr mich?" Jugendliche aus dem ganzen Dekanat fanden sich am Abend in einer intensiven Atmosphäre des Gebets zu einer Andacht und anschließendem ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Johanniskirche zusammen. Am Nachmittag, als das Kreuz einige Stunden in der Plauener Fußgängerzone stand, hatten die Jugendlichen Verstärkung von Mitgliedern der geistlichen Gemeinschaft Legion Mariens aus Bayern, die sich angeboten hatten, eine Woche lang in der Gemeinde auszuhelfen und in Absprache mit dem Pfarrer Katholiken zu besuchen, die nur noch wenig Kontakt zur Kirche haben. Einige wenige Passanten ließen sich ansprechen und interessierten sich näher für den Weltjugendtag.

Auch in anderen Orten des Bistums haben sich die Jugendlichen mit dem Weltjugendtagskreuz bewusst in die Öffentlichkeit gestellt. In Zwickau beispielsweise wurde das Kreuz am 6. September in einer Prozession durch das Zwickauer Zentrum auf den Hauptmarkt gebracht. Vor mehreren hundert Zuschauern gestalteten verschiedene Musikformationen von Gospel bis Hard Rock, Jugendgruppen aus dem Dekanat Zwickau, Daniel Heinze von der Radio PSR-Kirchenredaktion und das evangelische Jugendpfarramt ein rund dreistündiges Bühnenprogramm rund um das Thema Kreuz. Umrahmt wurde die Veranstaltung von Informationen rund um die Weltjugendtage und kreativen Angeboten. In einem Grußwort brachte der Zwickauer Oberbürgermeister Dietmar Vettermann die Erwartungen der Bürger Zwickaus und der angrenzenden Region rund um den Weltjugendtag und die Tage in den Diözesen zum Ausdruck. Zugleich drückte er seine Freude aus, dass Zwickau als Weltjugendtagszentrum innerhalb des Bistums benannt wurde und sicherte für die Veranstaltungen im nächsten Jahr die Unterstützung der Stadt zu.

In Dresden machten sich Jugendliche am 9. September von vier Stationen aus auf den Weg zur Herz-Jesu-Kirche im Stadtteil Johannstadt und dachten dabei darüber nach, auf welche Weise das Kreuz in ihrem Leben spürbar wird: am Hauptbahnhof über das "Kreuz des Wegzugs", im Seelsorgezentrum der Uniklinik über das "Kreuz der Krankheit", im St.- Benno-Gymnasium über das "Kreuz des Alltags" und in der Versöhnungskirche über das "Kreuz der Spaltung". Jede Gruppe brachte ein Symbol mit und legte es vor dem Altar der Herz-Jesu-Kirche ab. Dort fand am Abend unter großer Beteiligung ein ökumenischer Gottesdienst mit anschließender Eucharistiefeier statt. Zu Beginn wurde das Kreuz über den Köpfen der Anwesenden bis zum Altarraum weitergereicht -ein Symbol, dass jede und jeder das Kreuz Christi mittragen kann.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 39 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 26.09.2004

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