Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Bistum Görlitz

Training für den Glauben

Pilger mussten ihre Wallfahrt nach Lourdes und Einsiedeln ohne Bischof Müller beenden

Görlitz / Lourdes -"Unterwegs auf der Suche nach Gott" titelt ein Film über das Leben der Benediktinermönche im Kloster Einsiedeln in der Schweiz. Dieser Wallfahrtsort zählt zu den schönsten barocken Klosteranlagen Europas und war die letzte Station einer Pilgerreise von fast 150 katholischen Christen aus dem Raum Görlitz, Dresden und dem Eichsfeld.

Auf Initiative des Görlitzer Bischofs Rudolf Müller erlebten die Gläubigen Anfang August acht unvergessliche Tage. Tage des Glaubens, der Besinnung, der Buße und der Freude über die Fahrt durch "einen Teil des wunderbaren Gartens Gottes", wie der Reiseveranstalter Manfred Köhnen vom "Kreis der Freunde Roms" die schönen Landschaften bezeichnete.

Bernadette hörte hin, als Gott mit ihr sprach

Unterwegs auf der Suche nach Gott führte die Busreise über Straßbourg zuerst nach Nevers zur Grabesstätte der heiligen Bernadette, der Seherin von Lourdes. "Für die Ankunft des Herrn braucht es Training", verkündete Bischof Müller in der Sonntagsmesse in Nevers. "Bernadette war Trainingsmeisterin, sie hörte hin und gehorchte, als Gott ihr etwas sagte. Auch wir müssen hinhören, wenn Gott zu uns spricht", ermahnte der Bischof weiter.

Tief bewegt zeigten sich die Pilger von den Feierlichkeiten in Lourdes, dem Hauptziel der Wallfahrt. Sie nahmen teil an der von ihrem Bischof zelebrierten heiligen Messe in der Grotte. Das ist der Ort, wo Bernadette auf Geheiß der Gottesmutter Maria eine Quelle freilegte, die schon vielen Menschen Linderung und Heilung gebracht hat.

Tief bewegt zeigten sich die Pilger von den Feierlichkeiten in Lourdes, dem Hauptziel der Wallfahrt. Sie nahmen teil an der von ihrem Bischof zelebrierten heiligen Messe in der Grotte. Das ist der Ort, wo Bernadette auf Geheiß der Gottesmutter Maria eine Quelle freilegte, die schon vielen Menschen Linderung und Heilung gebracht hat.

Sie besuchten gemeinsam mit Tausenden von Gläubigen aus aller Welt eine Messe in der unterirdischen Basilika Pius X. Sie gingen den Kreuzweg. Sie erlebten bei der Eucharistischen Prozession mit Krankensegnung, dass in Lourdes die Kranken und Schwachen Vorrang genießen. Am letzten Abend in Lourdes beteiligte sich die Reisegruppe aktiv an der Gestaltung der Lichterprozession. Konrad Posch aus Wittichenau durfte als Kreuzträger die Prozession anführen. Alle drei Busfahrer und fünf Pilger aus dem Eichsfeld trugen die Madonnenstatue und auch der Chor erhielt Unterstützung. "Mir hat die Lichterprozession ganz toll gefallen, weil das so schön ausgesehen hat und weil man da auch ein bisschen mit Gott reden konnte" reflektierte die jüngste Teilnehmerin der Pilgerreise, die neunjährige Felicitas aus Görlitz, das beeindruckende Erlebnis.

"Kommen Sie zur Quelle, trinken Sie, waschen Sie sich! Beachten Sie auch, in welchem Zusammenhang uns das Lourdes- Wasser angeboten wird: Wasser! Erinnerung an Christus: Er gab sein Leben für die Sünder. Wasser! In der Taufe wurden wir Kinder Gottes. Wasser! Reinigung! Im Bußsakrament bietet Gott uns Verzeihung, Versöhnung an."

Alle nahmen Lourdes- Wasser mit nach Hause

So heißt es in einem Blatt, das in vielen Sprachen vor den Bädern ausliegt, wo man sich in das Wasser tauchen lassen kann. Einige aus der Gruppe nutzten diese Möglichkeit. Alle tranken und wuschen sich mit dem Quellwasser und alle nahmen in kleinen oder großen Gefäßen dieses besondere Wasser mit nach Hause.

Ein Abstecher führte die Reisenden in die Pyrenäen zur Pilgerkirche von Garvanie. Das kleine Kirchlein liegt am Jakobs- Pilgerweg und wurde im 15. Jahrhundert auf dem Gelände eines früheren Pilgerhospizes erbaut. Eine wunderschöne, alte Statue des heiligen Jakobus ist der besondere Schmuck dieses Gotteshauses.

Über Lyon ging die Reise weiter in die Schweiz, nach Bern. Die Freude über die wunderschöne Altstadt wurde allerdings dadurch getrübt, dass die Pilgerfahrt nach Einsiedeln ohne Bischof Müller fortgesetzt werden musste. Der Bischof verließ schweren Herzens seine Pilgerschar und kehrte wieder nach Lourdes zurück. Auf ausdrücklichen Wunsch der Deutschen Bischofskonferenz nahm er als einziger deutscher Bischof an den Feierlichkeiten anlässlich des Papstbesuches im Pilgerort teil.

Sigrid Schönfelder

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 35 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 25.08.2004

Aktuelle Buchtipps