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Bistum Magdeburg

Täglich 1000 Besucher

Kirche auf der Landesgartenschau in Zeitz

Zeitz (ep) -"Die Landesgartenausstellung ist für Zeitz ein Segen, denn sie hat der Stadt wieder Gesicht gegeben und führt viele Menschen zu uns", sagt Diakon Günter Helgert. Dass die erste Landesgartenschau (Laga) Sachsen-Anhalts für ihre Besucher nicht nur durch das Erleben der schönen Anlagen zum Segen werden kann, dafür sorgen Diakon Helgert und andere Christen aus den Zeitzer Gemeinden: Jeden Tag laden sie zu einem Meditationsangebot ein. Zudem finden stündlich im Dom St. Peter und Paul, der sich mit dem Schloss Moritzburg inmitten der Landesgartenschau befindet, Führungen statt -pro Tag kommen 1000 Interessierte! Die katholische Gemeinde hat dafür mit Unterstützung des Bistums befristet drei Mitarbeiter eingestellt. Jeden Samstag ist darüber hinaus von 16 bis 16.30 Uhr eine Orgelmeditation im Dom, durchschnittlich 100 Zuhörer kommen.

Punkt zwölf Uhr mittags läuten die Glocken des Domes und der beiden evangelischen Stadtkirchen St. Michael und St. Stephan. Mit dem Läuten beginnt das Angebot im Kirchenzelt der Laga. Überall auf der Landesgartenschau weisen Schilder auch auf diesen Pavillon im so genannten Rossner-Park hin. Und auf dem kleinen, für einen Euro erhältlichen Lageplan steht unter Tipp 15 "Kirche im Park: Jeden Tag können Sie sich Punkt zwölf Uhr zur Besinnung im Kirchenpavillon treffen".

Heute sind es elf Personen -Senioren, aber auch eine junge Mutter und drei Kinder -die sich einfinden. Mittelpunkt ist ein großes Kreuz, darunter sind verschiedenfarbige Blätter angeheftet. Die Besucher sind -auch wenn kein Angebot ist -eingeladen, eine Fürbitte aufzuschreiben oder Dinge zu benennen, wofür es Gott zu danken gilt. Vor dem Kreuz ist eine Art Sandkasten, in dem Kerzen aufgestellt werden können. Stühle bieten die Möglichkeit, auszuruhen.

Diakon Helgert lädt die Anwesenden ein, einem Text zu lauschen. Von Bäumen mit ihren mächtigen Kronen und ihren tiefen Wurzeln, vom Blühen und Verwelken ist darin die Rede. Und dass sich auch Menschen wünschen, tief verwurzelt zu sein und Früchte zu tragen ...Ein Taize-Gesang erklingt vom Band. Dann beten alle das Vaterunser und der Diakon erbittet für die Anwesenden Gottes Segen. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Diakon machen sich die Teilnehmer auf den Weg zum Mittagsimbiss. Später wollen sie auch noch den Dom besuchen.

Dass das Angebot in einem schlichten Kirchentagspavillon stattfindet, stört den Diakon nicht. Schließlich sei der Dom in Sichtweite. Und für die Zeit von April bis Oktober reiche das Zelt. Meist käme nur ein Dutzend Leute, dennoch hält er das Angebot für eine gute Sache. Drei Wochen ist er selbst dafür verantwortlich. Die Kirchen in Zeitz haben sich die Wochen untereinander aufgeteilt.

Viel Zuspruch erlebt derzeit der katholische Dom. "Bis Ende Juli haben wir knapp 30 000 Besucher geführt", sagt Monika Dziadek. Mit ihren Mitstreitern lädt sie zu jeder vollen Stunde zur Führung ein, erzählt von der Geschichte der 1000 Jahre alten Kirche, aber auch von der Gemeinde, die darin heute Gottesdienst feiert. "So mancher hat bis zu seinem Besuch hier gar nicht gewusst, dass Zeitz einen Dom hat", sagt Frau Dziadek. Be-sonders begehrt sei stets ein Blick in die romanische Krypta.

Die Laga ist bis 24. Oktober täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Infos: www.landesgartenschau-2004.de. Veranstaltungen im Dom: 28. August, 19 Uhr: Konzert mit Werken von Händel, Bach und anderen. 12. September, 17 Uhr: Barockes Spätsommerkonzert mit Quattro DASJ; 18. September, 16 Uhr: Konzert auf beiden Domorgeln, 25. September, 19 Uhr: Konzert der Dresdner Kapellknaben.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 35 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Dienstag, 24.08.2004

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