Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Bistum Erfurt

Ein Fest der Ökumene im Christus-Pavillon

Volkenroda: 350 junge Leute bei Festival

Gott mit eigenen Anliegen bestürmen Kloster Volkenroda (ep) - Am Anfang stand die Idee der Jesus-Bruderschaft im Kloster Volkenroda: Bevor der Christus-Pavillon der Expo am 18. August in einem Festakt mit viel Prominenz in Volkenroda eingeweiht wird, soll das Gotteshaus von den Jugendlichen der verschiedenen christlichen Kirchen in Besitz genommen werden. Und genau dies fand am vergangenen Sonntag mit einem ökumenischen Jugendfestival statt.
"Gott fun-tastisch". "An und mit dem fantastischen Gott Spaß haben" - so war der Jugendtag überschrieben. Rund 350 evangelische, katholische und freikirchliche Christen waren dazu in das Kloster in der Nähe von Mühlhausen gekommen. Unter ihnen Bischof Joachim Wanke, Diözesan-Jugendseelsorger Stephan Riechel und sein evangelischer Kollege Landesjugendpfarrer Ricklef Münnich.
Die Gestaltung des Gottesdienstes am Morgen war ein Experiment. Bischof Joachim Wanke sprach gegenüber dem Tag des Herrn von der "Baustelle Ökumene", auf der es manches auszuprobieren gelte: Gemeinsam wurde im Klosterhof unter freiem Himmel mit einem Eröffnungsteil begonnen: "Unser Gottesdienst und unser Jugendfestival zeugen von der Verschiedenheit und von der Einheit unter uns Christen", sagte der evangelische Pfarrer Karl-Heinz Michel von der Jesusbruderschaft bei seiner Begrüßung. "Wir sind hier um Jesus versammelt, um mit ihm und untereinander Freude und Spaß zu haben, ihm zu danken und ihn in unseren Anliegen zu bitten." Im Mittelpunkt eines Anspiels von Jugendlichen und der Predigt von Bischof Wanke stand die Geschichte von Zachä-us. "Jesus spricht jeden Menschen ganz persönlich an" sagte der Bischof. Christsein bedeute, in den Spuren Jesu zu bleiben, Gesicht zu zeigen und sich wie Zachäus immer wieder sagen zu lassen: Fang neu an!" Dies sei in der Massen-, Spaß- und Freizeitgesellschaft etwas Befreiendes, aber auch Fremdes, weil es anders ist.

Nach dem Eröffnungsteil zogen die Gottesdienstteilnehmer in drei Gruppen zu verschiedenen Orten, um dort Eucharistie / Abendmahl beziehungsweise Christuslob zu halten. In der Klosterkirche fand unter Leitung von Bischof Wanke eine heilige Messe statt, im Klosterhof wurde ein evangelisch-lutherisches Abendmahl und im Konventsgebäude ein Lobpreis-Gottesdienst gefeiert.

Bitte und Dank standen anschließend im dritten, nun wieder gemeinsamen Gottesdienstteil im fast fertig aufgebauten Christus-Pavillon im Mittelpunkt. Die jungen Leute waren eingeladen, mit dem Entzünden eines Lichtes vor einem Kreuz Gott mit ihren Bitten zu "bestürmen". In dem sie eine Rose in eine der bereitstehenden Vasen steckten, konnten sie Gott für etwas ihnen Wichtiges danken. Während dessen spielten Albert Frey und Band von der Emmanuel-Gemeinschaft Ravensburg moderne religiöse Songs.

Über den Mittag gab es Zeit, sich zu stärken, miteinander zu reden und verschiedene Angebote wahrzunehmen. Die Malteser-Jugend Erfurt bot Gelegenheit, die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse zu überprüfen. Die in Berlin-Prenzlauer Berg beheimatete geistliche Gemeinschaft "Chemin Neuf" informierte an einem Stand über ihr Selbstverständnis und ihre Angebote. Der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) lud zu sportlicher Betätigung auf dem Dorfplatz ein.

Ab 14 Uhr waren dann alle Teilnehmer wieder zu einem Konzert und geistlichen Impulsen in den Christus-Pavillon eingeladen. Noch einmal spielten Albert Frey und Band aus Ravensburg. Roland Werner vom evangelischen Christus-Treff Marburg ermunterte die größtenteils jugendlichen Teilnehmer zu einem Leben mit Jesus.

Juliane Ludwig (17) aus Schlotheim hat der Tag gefallen: die Gemeinschaft mit vielen Jugendlichen, vor allem die Musik, die Lebendigkeit des Gottesdienstes. Überhaupt imponiert der katholischen 17-Jährigen aus dem unweit von Volkenroda gelegenen Schlotheim das Kloster. "Mindestens einmal im Jahr zum Gospel-Workshop bin ich hier", erzählt sie. Auch ihre evangelisch getaufte Freundin Anika Scherzberg (17) hat die Musik gefallen. "Und dass alles so locker zuging, gerade auch die Gottesdienste."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 26 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 27.06.2001

Aktuelle Buchtipps