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Aus der Region

Abschied von Bischof Braun

Magdeburger Alt-Bischof in der Klosterkirche auf der Huysburg beigesetzt

Beisetzung in der Klosterkirche: Während des Gottesdienstes war der Sarg im Altarraum aufgebahrt.

Magdeburg / Huysburg (mh) -Der am 17. Juli in Paderborn gestorbene Magdeburger Alt-Bischof Johannes Braun ist auf der Huysburg beigesetzt worden. Sein Grab befindet sich -seinem Wunsch entsprechend -in der dortigen Klosterkirche. Braun hatte sich in seiner Zeit als Bischof in Magdeburg (1973-1990) unter anderem besonders für die Wiederbelebung der Huysburg als geistliches Zentrum eingesetzt. Dass heute wieder Benediktiner auf den Berg bei Halberstadt leben, ist seiner Initiative zu verdanken. Die Huysburg ist auch der zentrale Wallfahrtsort des Bistums Magdeburg.

An dieses Engagement erinnerte der Magdeburger Diözesanadministrator, Weihbischof Gerhard Feige bei der Feier des Requiems. Der Spaten in seinem Bischofswappen sei ein Zeichen dafür, dass Johannes Braun sich immer gemüht habe, ein guter Baumeister zu sein. Der Aufbau des Norbertuswerkes, der Kirchen, Gemeindezentren, Bildungshäuser und sozialen Einrichtungen sei dafür ein Ausdruck. Doch sei es Bischof Braun nicht nur um den äußeren Aufbau gegangen. Dieser sollte vielmehr dem inneren Wachstum der Kirche dienen. Deshalb habe er sich auch besonders bemüht, das Zeugnis der Heiligen wieder neu ins Bewusstsein zu holen, die auf dem Gebiet des heutigen Bistums Magdeburg gewirkt haben.

Bischof Johannes Braun war "ein engagierter Zeuge und Verkünder des Glaubens", sagte Weihbischof Feige. Dabei habe er sich nie den Gegebenenheiten dieser Welt untergeordnet. Die politischen Verhältnisse in der DDR habe er nur zähneknirschend ertragen. Und auch innerkirchlich habe er nach dem Bibelwort gehandelt, verkünde, ob man es hören will oder nicht.

In einem verlesenen Beileidsschreiben aus dem Vatikan nannte Papst Johannes Paul II. Bischof Braun einen "treu sorgenden Hirten in nicht leichter Zeit". Im Namen der deutschen Bischofskonferenz würdigte der Berliner Erzbischof, Kardinal Georg Sterzinsky den Toten. Mit Blick auf Brauns Hirtenwort im Wendeherbst 1989, in dem er als erster mit der politischen Abstinenz der DDR-Bischöfe brach und die Christen aufforderte, sich politisch einzumischen, sagte der Kardinal: "Er ging einen eigenen Weg und wir anderen Bischöfe sind ihm dann gefolgt." Für die Kirche könne es heilsam sein, "wenn einer den Mut hat, auch einmal im Alleingang etwas durchzusetzen".

An der Beisetzungfeier nahmen der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Erwin Josef Eder, der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker, Brauns Nachfolger in Magdeburg, Alt-Bischof Leo Nowak und weitere Bischöfe teil.

Bereits am Vortag hatte in Paderborn ein Gottesdienst stattgefunden. Dort sagte der Erzbischof Becker über Braun: Sein Leben sei von Glaube und Wahrheit bestimmt gewesen. Der Verstorbene habe in der eigenen Biografie das Auf und Ab der Geschichte des vergangenen Jahrhunderts erlebt. Als Rektor des Norbertuswerks für Spätberufene in Magdeburg habe er eine ganze Generation von Priestern in der mitteldeutschen Diaspora geprägt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 31 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 29.07.2004

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