Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Bistum Görlitz

Nicht nur Schönheitsreparaturen

Die Westfassade der Kathedrale St. Jakobus wird zurzeit saniert, aber es fehlt das Geld

Zerstört: Pfarrer Wolfgang Kresak zeigt die Versalzungen, die große Flächen des Mauerwerks der Kathedrale angegriffen haben.

Görlitz (as) -Das Mauerwerk bröckelt, die Fenster sind hinüber, das Dach muss erneuert werden. Und dem Dompfarrer der katholischen Kathedrale St. Jakobus, Wolfgang Kresak, stehen die Sorgen ins Gesicht geschrieben. Der Grund: Die Westfassade seiner Kirche braucht dringend eine Rosskur, sonst droht der Verfall. Hilfe erhoffen sich die Katholiken zurzeit nicht nur von oben, sondern vor allem von den Bauleuten, die seit kurzem an der Bischofskirche des Bistums Görlitz arbeiten, was das Zeug hält. "Aber nicht nur Schönheitsreparaturen", versichert Kresak eindringlich, "sondern denkmalgerechte Sanierung." Das eigentliche Problem: Das Geld fehlt an allen Ecken und Enden.

Äußere Hülle der Kirche in großen Flächen zerstört

Dass der Zahn der Zeit an der Kathedrale schon größere Schäden angerichtet hat, ist bereits seit zwei Jahren bekannt. Damals gab es die ersten Analysen und Planungen für eine Sanierung. "Aufgrund der allgemeinen Finanznot und der knappen öffentlichen Kassen musste der Baubeginn verschoben werden", bedauert Wolfgang Kresak heute die Verzögerung, denn die Schäden sind inzwischen größer geworden. Seit Mitte April rücken regionale Baufirmen dem maroden Westflügel der Kirche zu Leibe. "Wenn alles gut geht, kann es im Herbst fertig sein", meint der Dompfarrer.

Wie dringend die Sanierung ist, zeigt sich beim näheren Hinsehen. "Durch Wassereinbruch gibt es Versalzungen am so genannten Vorschalmauerwerk", erläutert die zuständige Architektin Doris Kohla, die im Auftrag des Kirchenvorstandes die Planungen und Bauüberwachungen leitet. Dadurch sei gewissermaßen die äußere Hülle der Kirche in großen Flächen zerstört. Weiterhin seien Fugen verschlissen, Korrosionsschäden gebe es an den Fenstern. Und das Dach der westlichen Vorhalle müsse ebenfalls neu gedeckt werden. "Zum Glück ist das Holz des Dachstuhls in Ordnung", versucht Doris Kohla ein wenig Optimismus zu verbreiten.

Für Bistum und Gemeinde wird es trotzdem eine teure Angelegenheit. "Gesamtkosten 283 000 Euro", rechnet Peter Starre vom Kirchenvorstand vor. Die Altstadtstiftung unterstützt das Projekt mit 40 000 Euro, einen Eigenanteil von 28 000 Euro muss die Gemeinde selbst berappen. Größere Beträge erhofft sich der Kirchenvorstand von beantragten Fördergeldern.

Dompfarrer Wolfgang Kresak hofft auf Spenden

Aber auch hier fließen die Mittel spärlich. Bund und Land haben Anträge schon abgelehnt. Einer läuft noch beim Regierungspräsidium in Dresden. Wenn die Gemeinde keine Unterstützung durch die öffentliche Hand erhält, muss das Bistum Görlitz für den Restbetrag aufkommen. Peter Starre: "Mit jedem Fördermittelbescheid sinkt der Anteil, den das Bistum für die Kosten aufbringen muss." Pfarrer Wolfgang Kresak will sich aber nicht auf die öffentlichen Kassen verlassen und hofft deshalb auf Spenden, auch von den Katholiken im Bistum Görlitz. "Schon der kleinste Beitrag hilft uns weiter", so der Pfarrer.

Infos zur Sanierung der Westfassade:
Katholisches Pfarramt der Gemeinde St. Jakobus
Tel. (0 35 81) 6 49 03 66.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 27 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 01.07.2004

Aktuelle Buchtipps