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Miteinander im Einklang: Studium und Ehrenamt

Aktiv in der Kirche: Theologiestudentin Regina Elsner aus Döbern

Regina Elsner Döbern/Potsdam (kh) - Das Judentum hat Regina Elsner schon immer fasziniert. Zunächst gefiel der jungen Katholikin einfach nur die Klezmer-Musik osteuropäischer Juden, diese Mischung aus traurigen und lebensfrohen Melodien, wie sie sagt. Später kam das Interesse an der jüdischen Religion dazu, der Wunsch, die Wurzeln des eigenen Glaubens besser kennen zu lernen.
Voriges Jahr besuchte die 22-jährige Theologiestudentin zum ersten Mal Israel - im Urlaub, zusammen mit einer Freundin. Jetzt will sie längere Zeit dort verbringen, genauer gesagt acht Monate auf dem Zionsberg in Jerusalem studieren. Schwerpunkte der Vorlesungen bilden dort - neben den Bibelwissenschaften und der Landeskunde - der interreligiöse Dialog und die Ökumene. Beides war Regina auch bisher wichtig: Schon als Kind spielte sie am Sonntag in ihrem Heimatort Döbern öfter mal im evangelischen Gottesdienst Flöte. Der Kontakt zu den evangelischen Gemeinden blieb auch später erhalten.
Im vergangenen Jahr lud Regina einen Vertreter der Stiftung Weltethos aus Tübingen zu einem Vortrag in die katholische Studentengemeinde in Potsdam ein. Thema war das Gespräch zwischen den verschiedenen Religionen. Regina hofft, dass sie in Israel der großen Vielfalt der Religionen und Konfessionen noch näher kommt, denn sie ist überzeugt: "Wir können sehr viel voneinander lernen und gemeinsam viel stärker gesellschaftlich handeln, zum Beispiel bei der Bekämpfung von Armut und Krieg."

Selbst etwas verändern, auch das möchte Regina. Das Bewusstsein, dass Gott den Menschen "nicht zum Zuschauer, sondern zum Mitspieler" gemacht hat, drängt sie geradezu aktiv zu werden. Deshalb beteiligte sie sich zum Beispiel an der Kampagne "Erlassjahr 2000", die einen weitreichenden Schuldenerlass für Entwicklungsländer forderte. Regina sammelte dafür bei der Jugendwallfahrt Unterschriften und fuhr im Juni 1999 gemeinsam mit anderen Jugendlichen aus dem Bistum Görlitz zum Weltwirtschaftsgipfel nach Köln. Dort reihten sich die jungen Leute in eine riesige Menschenkette ein, um die Verantwortlichen auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.

Auch sonst gestaltet Regina die Jugendarbeit des Bistums mit, packt mit an, wenn noch jemand gebraucht wird, der hilft, die nächste Wallfahrt oder den Diözesanjugendtag vorzubereiten. Außerdem gehört sie zur Redaktion der "Zeitlupe", der fünfmal im Jahr erscheinenden Zeitung der Don-Bosco-Jugend.

Ehrenamtliches Engagement und Studium ergänzen sich für Regina: An der Freien Universität in Berlin lernt sie etwas über den Ursprung und die Geschichte des christlichen Glaubens. In ihrer Freizeit erfährt sie, wie er sich konkret umsetzen lässt. Außerdem hat sie über die Jugendarbeit im Bistum schon Kontakt zu vielen anderen jungen Menschen bekommen, die sich ebenfalls in der Kirche zu Hause fühlen. Zum ersten Mal erlebte sie diese Gemeinschaft vor fünf Jahren im Don-Bosco-Haus. Wohl auch deshalb, weil sie vorher nur ihre kleine Diasporagemeinde kannte und es sehr wenige Christen in ihrer Klasse gab, hat sie diese Erfahrung nie mehr losgelassen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 25 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 21.06.2001

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