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Bistum Erfurt

Steigerungsfähig

Der Erfurter Kirchentag und die Ökumene

"Wir saßen gemeinsam im Boot und fuhren durch das rote Meer." Weihbischof Hans-Reinhard Koch, der auf dem Evangelischen Kirchentag ein Grußwort sprach, erinnerte an das gute Einvernehmen der beiden großen Konfessionen in Vergangenheit und Gegenwart. Wie immer konnte der Kirchentag auf katholische Gastfreundschaft rechnen: Dom, St.Severi und St. Lorenz gehörten zu den Schauplätzen und Aktionsorten. Und wie immer war ein katholischer Abgesandter im Landesausschuss des Thüringer Kirchentages vertreten.

Aber zu mehr ökumenischem Miteinander, gar zu einem ökumenischen Kirchentag hat es nicht gereicht. Bonifatius hat es verhindert -mit der Gleichzeitigkeit von Kirchentag und Gedenkfeierlichkeiten in Fulda, die die Abwesenheit von Bischof Joachim Wanke erklärte, und der Bistumswallfahrt im September, die dem großen Missionar gewidmet ist und besonders aufwändig vorbereitet werden muss.

Ob es ansonsten zu größerer Zusammenarbeit gekommen wäre? 1996 war man schon einmal weiter. Da lagen Bistumswallfahrt und Kirchentag auf einem Termin, und man konnte zusammen wenigstens einen ökumenischen Abschlussgottesdienst feiern. Ein Hoffnungszeichen damals, ein Ausrufezeichen heute.

Auf regionaler Ebene scheint ein gemeinsam vorbereiteter Kirchentag eher möglich zu sein. Für Anfang September bereiten Katholiken, Evangelische und Freikirchen aus dem Henneberger Land einen ökumenischen Kreiskirchentag in Suhl vor. Er soll einmal mehr deutlich machen, dass die Konfessionen auch heute in einem Boot sitzen.

Christine Lässig,
Chefredakteurin der evangelischen Zeitung "Glaube und Heimat"

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 24 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 11.06.2004

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