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Bistum Erfurt

Dem eigenem Leben auf die Spur kommen

Missionarinnen Christi eröffneten in der Jenaer Wagnergasse die "Orientierung"

Gute Wünsche: Schwester Christine Zeis legt eine Blumenzwiebel in die Erde, verbunden mit allen guten Wünschen für die Arbeit.

Jena -Jung sein heißt, tausend Fragen haben. Jung sein heißt auch, mit zahlreichen Konflikten zurecht kommen zu müssen. Und jung sein heißt ebenso, nicht immer zu wissen, wo geht es mit dem Leben hin. In Jena haben jetzt junge Leute im Alter von 20 bis 40 Jahren die Möglichkeit, zusammen mit kompetenten Ansprechpartnerinnen nach Lösungen zu suchen. In der Wagnergasse 24 -einem historischem Ladengeschäft -eröffneten die Missionarinnen Christi jetzt die Kontaktstelle "Orientierung -dem eigenen Leben auf die Spur kommen".

Ein wichtiges Plus des Angebotes wird die Gastfreundschaft sein, die jedem gilt, der den Kontakt zu den Missionarinnen aufnimmt. Sie ist die Grundlage aller Beratung und aller Vermittlung von Lebenshilfe in Kursen, Freizeiten und in der wöchentlichen offenen Meditation. "Willkommen", so die Schwestern, "sind alle -egal ob mit oder ohne Religion." Die jeweilige Weltanschauung wird respektiert, was nicht heißt, dass das eigene tragende Fundament des Glaubens und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zur Sinnfindung verschwiegen werden. So sind auch Menschen willkommen, die nach Spiritualität suchen oder einfach nur ihren eigenen Glauben vertiefen wollen.

Leiterin der Jenaer Orientierung ist Schwester Christine Zeis. Sie ist ausgebildete Gestalttherapeutin, spirituelle Begleiterin, Religionspädagogin und heilpraktische Psychotherapeuthin. Ihr zur Seite stehen ihre drei Mitschwestern. Zusammen bilden sie eine kleine Kommunität in Jena-Lobeda. Auch dort besteht die Möglichkeit, mit den Missionarinnen in Kontakt zu treten. Unter anderem bieten sie an, eine Zeit lang mit ihnen gemeinsam zu leben.

Im Rahmen einer Feierstunde wurde die Orientierung am 13. Mai offiziell eröffnet und durch Domkapitular Georg Jelich, den Generalvikar des Bistums Erfurt, gesegnet. Georg Jelich erinnerte daran, dass bei allem eigenen Mühen das Eigentliche immer von Gott dazugegeben wird. Die Arbeit der Schwestern verglich er mit dem sprichwörtlichen Tunnel, in dem sich viele Zeitgenossen befinden. Die Schwestern können Begleiter sein, Helferinnen, die mit den Menschen bis zum Ende des Tunnels mitgehen, dorthin, wo wieder Leben ist. Für diese Arbeit erbat Georg Jelich Gottes Beistand und Segen. Jenas Pfarrer, Monsignore Karl-Heinz Ducke, zeigte sich in seinem Grußwort dankbar darüber, dass es die Missionarinnen in seiner Stadt gibt. Er wünschte sich, dass die Menschen in der Orientierung einen Ort finden, an dem sie spüren willkommen zu sein. Und für die Regionalleiterin der Missionarinnen Christi, Schwester Hildegard Schreier, ist klar, dass es in jedem Leben Stationen gibt, an denen man oft allein nicht weiterkommt. Hier neue Räume zu öffnen, neue Horizonte aufzuzeigen, ist für sie eine wichtige Aufgabe der Gemeinschaft.

Die Missionarinnen Christi sind eine Gemeinschaft von Ordensfrauen in der katholischen Kirche. Gegründet wurde die Gemeinschaft im Jahr 1956. Verbindend ist für die Frauen die Beziehung zu Jesus Christus: "In ihm und seiner Botschaft haben wir für unsere Suche nach Sinn und Erfüllung eine Antwort erhalten."

Holger Jakobi

Angebote: Meditation -20 Minuten mit Bibellesung und anschließendem Tee -immer am Mittwoch um 18 Uhr. Schwester Christine Zeis ist jeweils am Donnerstag von 11 bis 13 Uhr zu sprechen. Terminvereinbarung unter (0 36 41) 63 52 60.
Info im Internet unter www.orientierung-jena.de

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 22 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 27.05.2004

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