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Bistum Magdeburg

Jugendband erhielt Cäcilien-Plakette

Anerkennung für kirchenmusikalische Leistung

Deka-Band Halberstadt

Roßbach (ep) -Sängerin Julia Meixner (23) war die Überraschung anzumerken, als sie am vergangenen Sonntag im Namen der zehnköpfigen "Dekaband" die Ehrenplakette des Cäcilienverbandes Magdeburg entgegennahm. In einem spontanen Dankeswort erinnerte die junge Musikerin daran, dass die Auszeichung wohl nicht zuletzt den Sängern und Instrumentalisten gelte, die die Band vor gut 25 Jahren gegründet und bis in die Gegenwart getragen haben.

Auf die hatte zuvor auch der Präses des Cäcilienverbandes im Bistum Magdeburg, Diakon Bernhard Zülicke, bei der Begründung der Auszeichnung verwiesen. "Dieses Bandwochenende 2004 im Jugendhaus Roßbach bietet den würdigen Rahmen, auf das 25-jährige Bestehen der Dekaband Halberstadt zurückzuschauen", so der Kirchenmusikdirektor vor gut 60 Jugendlichen und Erwachsenen in der Roßbacher St.-Elisabeth-Kirche. Die Jugendband des Dekanates Halberstadt habe sich "immer als eine Gruppe verstanden, welche die Liturgie und den Gottesdienst durch ihr Engagement bereichern wollte. Die Band hat daran Anteil", so Zülicke, "dass das Neue Geistliche Lied in guter Qualität auch in unserem Bistum erklingt und Menschen begeistert."

Die zirka 15 Zentimeter breite bronzene Medaille, die die heilige Cäcilia mit einer Handorgel zeigt, wird für herausragendes kirchenmusikalisches Engagement verliehen. Mit der Dekaband wurde damit im Bistum Magdeburg erstmals eine Jugend-Musikgruppe geehrt. Der Auszeichung war ein Gottesdienst vorausgegangen, der von sieben Bands musikalisch mitgestaltet wurde und den Abschluss des von der Magdeburger Jugendseelsorge und Peter-Georg Albrecht (selbst einmal Mitglied der Dekaband) veranstalteten Band-Wochenendes bildete. Unter den Gruppen war auch die Dekaband Halberstadt.

Einer, der die Dekaband fast von Anfang an kennt, ist Johannes Tschöp (44): "Die junge Musikgruppe suchte im Frühjahr 1980 dringend einen Schlagzeuger -als früherer Kapellknabe wollte ich aber lieber Sänger sein und wurde es schließlich auch", so der heute 44-Jährige. Beson-ders gern erinnert sich Tschöp, der 1979 aus seiner Heimat Sonneberg in Südthüringen zum Studium der Milchwirtschaft nach Halberstadt gekonmen war, an die "tolle Gemeinschaft" untereinander.

Wie es gelungen ist, dass die Band inzwischen fast 26 Jahre besteht: "Ein Grund ist der gute Zusammenhalt, der auch da-durch gewachsen ist, dass wir immer die Aufgabe hatten, die monatlichen Dekanats-Jugendgottesdienste musikalisch zu gestalten", sagt Tschöp. Geprobt wurde in Blankenburg. "Dies ging nicht ohne Unterstützung unserer Eltern, der Freundinnen der Musiker, auch der Vikare und Pfarrer", betont der ehemalige Sänger.

Sarah Kasimirek und Christopher Hanisch gehören heute zu den Band-Mitgliedern, deren Väter bereits mit der Gruppe moderne Sounds im Gottesdienst erklingen ließen. "Mein Vater hat 1978 die Band mitbegründet", erzählt der 22-jährige Christopher aus Wernigerode, der seit 1999 als Sänger und Frontman, wie es in der Szene heißt, dabei ist. Band-Kollegin Sarah (17) macht darauf aufmerksam, welche Rolle der Glaube bei der Musik der Dekaband spielt, etwa, wenn die Band ihr Lied "O Herr, steh uns bei" zu Gehör bringt, was nur mit Ausstrahlung möglich sei, wenn es wirklich betend bittend gesungen wird. Sarah und Christopher erzählen, dass ein Großteil der Freizeit für das Proben "draufgeht". Geprobt werde für konkrete Anlässe, derzeit für die Gestaltung eines Firmgottesdienstes in Magdeburg.

Auch in Braunschweig oder in Berlin ist die Band schon aufgetreten, und 2003 wurde die erste CD "Zeit wird's" eingespielt. Gemeinsam mit den "Firmers" will die Dekaband im September oder Oktober in Quedlinburg das Musical "Der kleine Prinz" aufführen. "Es basiert auf der bekannten Geschichte von Antoine de Saint-Exypery und verwendet unter anderem Lieder von Phil Collins und Eric Clapton", sagt Christopher.

Nach der Auszeichung und damit am Ende des Sonntagsgottesdienstes und des Band-Wochenendes setzte die Dekaband auf ihre Weise den Schlusspunkt: Sie ließ noch einmal eine Kostprobe ihres Könnens erklingen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 22 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Dienstag, 25.05.2004

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