Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Bistum Magdeburg

Ein offenes Haus für alle

Neues Gemeindezentrum für St. Petri und St. Augustinus in Magdeburg eingeweiht

Das Gebäude gewährt Einblicke: Reinhold Pfafferodt (rechts) bei der Segnung des neuen Gemeindezentrums.

Magdeburg (as) -Die Räume sind lichtdurchflutet. Die Fenster, die das ganze Gebäude umgeben, reichen bis auf die Erde und geben den Blick nach allen Seiten hin frei: Zur Elbe, zur benachbarten evangelischen Gemeinde, zur Stadt. Mit dem neuen Gemeindehaus der Pfarrei St. Petri in Magdeburg und der Studentengemeinde St. Augustinus zeigen die Katholiken Offenheit. Am vergangenen Sonntag wurde das neue Haus nach 18-monatiger Bauzeit vom Ständigen Vertreter des Diözesanadministrators, Reinhold Pfafferodt, feierlich eingeweiht. Viele Gemeindemitglieder und Studenten waren in die katholische Universitätskirche der Landeshauptstadt gekommen, um ihr neues Domizil in Besitz zu nehmen.

Knapp 2,2 Millionen Euro hat der Bau nach Angaben der Pfarrei gekostet und wurde zum großen Teil aus Bistumsmitteln finanziert. Der erste Bauabschnitt ist somit abgeschlossen, entstehen soll jetzt noch ein kleines Kloster für den in St. Petri ansässigen Prämostratenser-Orden.

"Ein wunderschönes Haus", schwärmt eine junge Frau, die begeistert durch den großen Gemeindessaal geht und versucht, sich einen Überblick zu verschaffen. Das zum großen Teil aus Glas errichtete Gebäude direkt neben den alten Mauern der Petrikirche macht in der Tat neugierig -automatisch richtet sich der Blick in das Innere, fordert zum Eintreten auf. Etwas, was vom jungen Architektenteam durchaus beabsichtigt war: Offenheit zu zeigen, einzuladen und andere willkommen zu heißen.

Dabei gab es bei der Planung auch kritische Stimmen, erinnert sich der Pfarrer der Petri-Gemeinde Pater Gottfried, denn der große Platz zwischen Wallonerkirche und Petrikriche wurde beeinträchtigt. Auch wusste man noch nicht genau, wie das "Innenleben" des Hauses einmal aussehen sollte. Aber: Entstanden ist ein Gebäude, das alles andere als störend in der Landschaft steht. Das Werk der Bauleute, bei denen sich der Pater noch einmal ausdrücklich bedankte, sei nun beendet. Jeder in der Gemeinde müsse im neuen Gemeindehaus nun seinen Platz finden und zeigen, dass hier eine Gemeinschaft lebt, die "christliche Hilfsbereitschaft und Gesprächsbereitschaft" auch denen gegenüber zeige, die sich der Botschaft des Evangeliums bisher verschlossen haben.

"Nicht zuletzt das gerade abgeschlossene Pastorale Zukunftsgespräch ruft danach, sich zu öffnen, die anderen bei uns reinsehen zu lassen und sie vielleicht für uns zu interessieren", sagte der Pater.

Diese Offenheit für Fremde und Andersdenkende wünschte auch der Ständige Vertreter des Diözesanadministrators Reinhold Pfafferodt den beiden Gemeinden. Besonders, dass man sich denen nicht verschließe, die "bittend und bettelnd" vor der Türe stehen. Die Zukunft sei zwar ungewiss. Christen lebten aber aus der Hoffnung des Osterglaubens, dass der Herr bei ihnen ist. Symbolisch unterstrich dies die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates von St. Petri, Erika Vieweg. Sie zeigte ein Geschenk der Nachbargemeinde aus Friedrichshafen- Ailingen: Ein Corpus ohne Arme. Christus habe "nur unsere Hände", um sein Werk zu vollenden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 18 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 29.04.2004

Aktuelle Buchtipps