Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Bistum Erfurt

Auf den Spuren der Vergangenheit

Arnstädter feiern den 1300-jährigen Gründungstag ihrer Heimatstadt

Arnstadt -Es ist ein Jubiläum, dass nicht alle Tage vorkommt. In diesem Jahr wird in Arnstadt der 1300. Jahrestag der Stadtgründung begangen.

Aus diesem Anlass wurde jüngst die älteste urkundliche Erwähnung Arnstadts im Codex "Liber Aureus" aus dem zwölften Jahrhundert erstmals wieder öffentlich gezeigt. Am 1. Mai 704 hatte der mainfränkisch-thüringische Herzog Heden in Würzburg dem angelsächsischen Bischof Willibrord von Utrecht den Gutshof Arnstadt sowie das in der Nähe liegende Mühlberg (Kreis Gotha ) und Monra ( Kreis Sömmerda ) geschenkt. Die Urkunde ist die mit Abstand älteste Urkunde, die sich auf Arnstadt bezieht. Die drei genannten Orte zählen zugleich zu den ältesten urkundlich bezeugten Orten Deutschlands östlich des Rheins.

Nach Professor Dr. Matthias Werner, Jena, eröffnen diese wichtigen Erstbelege vielfältige Einsichten in die Situation Thüringens vor 1300 Jahren. Da Heden selbst christlichen Glaubens war und das Christentum zu Beginn des achten Jahrhunderts bereits in Thüringen Fuß gefasst hatte, dürfte es Willibrord um eine vertiefte christliche Durchdringung und den Aufbau einer Pfarr- und Kirchenorganisation und um die östlichen Peripherie des Frankenreiches zu den heidnischen Sachsen hin gegangen sein; ein Werk, das später Bonifatius auf andere Weise weitergeführt hat.

Die Orginalurkunde ist nicht mehr vorhanden. Erhalten geblieben ist sie in einer Abschrift aus dem zwölften Jahrhundert im Codex aureus des Klosters Echternach. Als die dortigen Mönche vor den Revolutionären der Französischen Revolution 1794 in das Peterskloster von Erfurt flüchteten, nahmen sie mit ihren Schätzen auch das Goldene Buch mit. Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, verkauften sie schließlich ihre Schätze. Der Codex ist so in den Besitz des Herzogs Ernst II. von Gotha gelangt. 1946 nahmen ihn die sowjetischen Truppen mit nach Leningrad, ehe er mit anderen Kunstwerken 1956 in die Forschungsbibliothek von Gotha gelangte. Die Arnstädter begehen ihr Fest mit vielen interessanten Veranstaltungen. Höhepunkt wird am 2. Mai der Festumzug sein, an dem sich auch die katholische St.-Elisabeth- Gemeinde und die evanglischlutherische Kirchgemeinde in einem gemeinsamen Bild beteiligen werden. Der Mitteldeutsche Rundfunk wird diesen von 13 bis 15 Uhr life übertragen.

Dechant Wolfgang Teichert

Touristeninformation Arnstadt,
Markt 3, 99310 Arnstadt, Tel. (0 36 28) 60 20 49, Fax (0 36 28) 66 18 47, E-Mail: information@arnstadt.de,
Geschäftszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 16 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 15.04.2004

Aktuelle Buchtipps