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Bistum Dresden-Meißen

Grundstein für Schulbau in Indien

Geraer Katholiken legten Grundstein für Schulneubau in Indien

In Indien: Dekan Klaus Schreiter (rechts) und andere machten sich auf den Weg nach Indien, um den Grundstein für ein Schulprojekt zu legen.

Gera -In diesen Tagen sprechen die Menschen im indischen Bundesstaat Kerala noch immer viel von einem für sie ganz besonderem Ereignis. Bischof Thomas Mar Koorilos legte im Beisein künftiger Schüler und ihrer Eltern, vieler Gäste aus Politik und Kirche sowie seiner deutschen Gäste am 8. März den Grundstein für die erste Internationale Schule in seiner Diözese Muvattupuzha. Mit dieser Schule will Bischof Thomas den Kindern unabhängig ihrer Religion das neben der täglichen Nahrung für sie Wichtigste geben -die Möglichkeit, jeden Tag in einer guten Schule zu lernen. "Eine gute Entwicklung unserer Kinder ist nur durch eine gute Erziehung möglich", betont Bischof Thomas.

Dekan Klaus Schreiter von der Geraer St.-Elisabeth-Gemeinde reiste gemeinsam mit Mitgliedern des Arbeitskreises der Gemeinde "Partnerschaft Weltkirche" sowie Priestern aus dem Bistum Dresden-Meißen nach Kerala, um Bischof Thomas eine finanzielle Starthilfe für sein großes Projekt persönlich zu übergeben. Das Geld wurde in der diesjährigen Sternsingeraktion in Gera und anderen Gemeinden gesammelt und wird vom Kindermissionswerk in Aachen noch auf 30 000 Euro aufgestockt.

Schon im nächsten Jahr soll der erste von insgesamt drei Bauabschnitten fertig sein. Die Jüngsten werden im Alter von zweieinhalb Jahren in den Kindergarten aufgenommen. Und die begabtesten Schüler werden hier ihr Abitur ablegen können. Allerdings müssen alle Schüler ein geringes Schulgeld bezahlen, da es für die Schule keine staatliche Unterstützung gibt. Obwohl es bei den meisten Eltern Verzicht auf die Erfüllung eigener Wünsche bedeutet, sind sie dazu gern bereit. In Indien gilt "was nichts kostet, ist auch nichts wert". Fünfzig Kinder sind bereits angemeldet. Der Name der künftigen Schule "Vimalagiri" -zu Deutsch Marienberg -steht für eine besonders hohe Qualität des Unterrichts, weil es der Name einer Schule ist, die Pfarrer John Varghese vor 20 Jahren gründete und seitdem mit seinem Rat begleitet. Der Schulneubau ist übrigens auch der Grund, warum Varghese nach 23-jähriger Arbeit in Deutschland, zuletzt als Leiter des Pastoralverbundes Lippe- Süd im Nordrhein-Westfälischen, nach Indien zurückkehrte. Bischof Thomas, erst vor einem Jahr zum Bischof ernannt, bat ihn um Hilfe. Die Weitsicht und Erfahrung von Pfarrer John Varghese -der heute Generalvikar der indischen Diözese ist -sind für das Vorhaben auch in den nächsten Jahren unerlässlich. So bekamen die Eltern der künftigen Schüler eine Urkunde und leisteten darauf ihre Unterschrift. Urkunden sind unüblich in Indien und erhöhten schon dadurch die Aufmerksamkeit der Menschen. Unüblich ist auch, dass die Schulsprache Englisch und nicht Malayala, die keralitische Landesprache ist. Damit will Pfarrer John Varghese die Chancen der Schüler erhöhen, als spätere Fachkräfte in anderen Bundesstaaten Indiens oder anderen Erdteilen Arbeit zu bekommen.

-sind für das Vorhaben auch in den nächsten Jahren unerlässlich. So bekamen die Eltern der künftigen Schüler eine Urkunde und leisteten darauf ihre Unterschrift. Urkunden sind unüblich in Indien und erhöhten schon dadurch die Aufmerksamkeit der Menschen. Unüblich ist auch, dass die Schulsprache Englisch und nicht Malayala, die keralitische Landesprache ist. Damit will Pfarrer John Varghese die Chancen der Schüler erhöhen, als spätere Fachkräfte in anderen Bundesstaaten Indiens oder anderen Erdteilen Arbeit zu bekommen. Denn der Mensch ist Keralas wichtigstes Exportgut, diesen Satz hörten die Gäste auf ihrer Reise oft. Anfangs waren sie von dieser Aussage betroffen, doch viele Projekte wären in Kerala nicht zustande gekommen, wenn die Menschen nicht ihr Geld im Ausland verdienen könnten und aus Dankbarkeit für eine gute Ausbildung nach Indien transferieren. Auf diese Weise wird es auch möglich sein, dass die Vision von Bischof Thomas Mar Koorilos in einem oder zwei Jahrzehnten Realität wird. Wo heute außer einem Grundstein nur rotbraune Erde zu sehen ist, soll dann ein moderner Schulneubau mit Internat, Bibliothek und Sprachkabinett rund 2 000 Christen, Hindus oder Moslems ein zweites Zuhause geben. Die Gäste aus Ostthüringen wollen weiter mit Bischof Thomas und Generalvikar John Varghese in Verbindung bleiben. Vielleicht dienen die in Kerala gemachten Erfahrungen auch dazu, Bildung in Deutschland reformieren zu helfen. Auf jeden Fall will Pfarrer Klaus Schreiter Jugendliche ermutigen, ab dem nächsten Jahr ein mehrwöchiges Praktikum an der Internationen Schule in Kerala zu absolvieren. Bischof Thomas lädt dazu herzlich ein.

Evelin Barth

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 14 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 01.04.2004

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