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Bistum Erfurt

Kreuzweg am Ort des Verbrechens

Thüringer Kolpingmitglieder beteten in Buchenwald

An den Stationen des Leids: Während des Kolping-Bußganges in Buchenwald.

Weimar (mm) -Das Leiden und Sterben, das zahllose Unschuldige in Buchenwald erlitten, stand im Zentrum eines Kreuzweges, den am zweiten Fastensonntag Mitglieder aus fünf Thüringer Kolpingsfamilien im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald beteten.

Bei Schneegestöber und eisigem Wind zogen die Kolpinger aus Weimar, Erfurt, Saalfeld, Rudolstadt und Pößneck zu verschiedenen "Kreuzweg-Stationen" -so in den Arrestbunker mit den Zellen des evangelischen Pfarrers Paul Schneider und des katholischen Prälaten Otto Neururer, aber auch zu den Gedenkstätten für die Juden, Sinti und Roma und der gefallenen russischen Soldaten sowie zur Gedenkstätte für die Opfer aller Nationen.

Vor Ort sprach der Weimarer Kolping-Präses, Pfarrer Klaus Dickhut, meditative Texte. Die betende Kolping-Gemeinde fasste diese Gedanken und Fürbitten mit dem bekannten "Durch dein Kreuz hast du die Welt erlöst" zusammen. Station machten die Beter auch am neuen Gedenkkreuz für jene Opfer, die zwischen 1945 und 1950 unschuldig im Buchenwald-Sonderlager interniert waren und von denen rund 7000 zu Tode kamen. Zum Abschluss des Buchenwald- Kreuzwegs trafen sich die Kolpinger im Karmelitinnenkloster von Oberweimar, wo sie zusammen mit der Oberin und Präses Dickhut über das Erlebte, aber auch über die Kraftquelle des persönlichen und gemeinsamen Gebetes nachdachten. Der Kolping-Kreuzweg soll zur Tradition werden -bisher gab es Bußgänge nur in unregelmäßigen Abständen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 13 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 25.03.2004

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