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Bistum Magdeburg

Jeder kann Hilfe brauchen, irgendwann

Diözesan-Caritas Magdeburg beteiligt sich an der Kampagne "Soziale Berufe. Wir sehen uns."

Zum Beispiel im Alter umsorgt sein, wer möchte das nicht... Eine große Zahl von Senioren wird wie hier in Eisleben von Caritas-Mitarbeitern betreut.

Magdeburg (cpi/db) ˆ Soziale Berufe stehen vor großen Herausforderungen: Demographischer Wandel und ein wachsender Bedarf an sozialen Dienstleistungen und Betreuungsangeboten auf der einen, steigende Verantwortung der Mitarbeitenden und wachsender finanzieller Druck durch die Kostenträger auf der anderen Seite. Während der finanzschwache Sozialstaat fehlende Mittel durch Sparmaßnahmen im sozialen Bereich zu kompensieren sucht, fordert der Deutsche Caritasverband mit seinem Jahresthema 2004 "Soziale Berufe. Wir sehen uns." einen öffentlichen Diskurs über Sinn und Wert sozialer Berufe sowie ihre Rahmenbedingungen.

Herausforderung für Mitarbeiter in Sozialberufen

Im Verbund mit den anerkannten Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege gehört die Caritas zu den größten Arbeitgebern in Sachsen-Anhalt. Unter dem Dach des Caritasverbandes wirken 4150 hauptamtliche Mitarbeiter. Rechnet man Ordensangehörige, freie Mitarbeiter, Auszubildende, Zivildienstleistende, Teilnehmer im Freiwilligen Sozialen Jahr und geringfügig Beschäftigte hinzu, sind dies noch einmal rund 700 Mitarbeiter mehr.

"Rund 80 Prozent unserer Beschäftigten arbeiten in sozialen Berufen. Sie pflegen, betreuen, behandeln und beraten Menschen, die Hilfe brauchen, oder erziehen und bilden andere aus. Die Mitarbeitenden leisten ihre Arbeit täglich in über 220 Einrichtungen und Diensten im Bistum Magdeburg kompetent, motiviert und professionell", sagt der Direktor des Diözesan-Caritasverbandes Magdeburg, Franz Jorgol. Diesem Engagement stehe jedoch oftmals die fehlende Anerkennung pflegender und sozialer Berufe durch Politik und Gesellschaft entgegen. "Gerade die Politik meint gegenwärtig, den in den öffentlichen Haushalten herrschenden Kostendruck auf dem Rücken der Mitarbeiter und der hilfebedürftigen Menschen austragen zu können. Dies darf jedoch nicht sein", mahnt Jorgol. "Die Mitarbeiter sind unser Kapital. Sie personalisieren Hilfen in allen hilfebedürftigen Lebenslagen bei Demenz, Sucht und Behinderung, Krankheit, Arbeitslosigkeit, Alter und Einsamkeit, Katastrophen, Erziehungsproblemen oder Sinnkrisen zerbrechender Familien." Mitarbeiter in pflegenden, betreuenden und beratenden Berufen seien eine Investition in eine soziale Zukunft. Die Frage danach, was soziale Dienstleistungen wert seien, stehe daher nach den Worten von Jorgol im Vordergrund, die sich jeder einzelne in Politik und Gesellschaft zu stellen habe.

Politiker sollen Sozialarbeit kennen lernen

"Der Caritasverband im Bistum Magdeburg wird die bundesweite Kommunikationskampagne mit eigenen Aktionen und Veranstaltungen begleiten", kündigt Jorgol an. Geplant seien unter anderem ein sozialpolitisches Forum, eine intensivere Zusammenarbeit mit Berufsberatern und Arbeitsämtern sowie Schulen, eine Praktikumsbörse für junge Männer und Frauen im Internet sowie ein so genannter Seitenwechsel, bei dem Verantwortungsträger aus Politik und Gesellschaft eingeladen werden, einen Tag in einer Einrichtung der Caritas gemeinsam mit den Mitarbeitern zu arbeiten und hautnah den Alltag in einem sozialen Beruf zu erleben.

Mit der Jahresthemenkampagne will die Caritas aufmerksam machen, dass jeder innerhalb kurzer Zeit auf Hilfe und Unterstützung kompetenter Männer und Frauen in sozialen Berufen angewiesen sein kann. Vier Bildmotive zeigen, in welchen Situationen Menschen Hilfe brauchen können. Sie machen deutlich, dass es jeden treffen kann, irgendwann. Zu sehen sind Kleinkinder, über deren Körper eine Schrift läuft. Die Bildmotive können im Internet abgerufen werden unter www.caritas.de.

Die Caritas-Zeitschrift Sozialcourage hat ein "Spezial" mit dem Titel "Mensch braucht Mensch" veröffentlicht. Informiert wird über den Arbeitsplatz Caritas und über Entwicklungen und Möglichkeiten in der Branche "Sozialberuf". Adressen und Materialien für den Unterricht finden sich ebenfalls darin.

Das Heft ist kostenlos beim Caritasverband für das Bistum Magdeburg,
Zentralreferat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, zu erhalten.
Tel.: (03 91) 6 05 32 12, E-Mail: info@caritas-magdeburg.de.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 2 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 15.01.2004

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