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Kirche strengt an - doch die Mühe lohnt sich

Jugendwallfahrt des Bistums Dresden-Meißen nach Rosenthal

Rosenthal - Unter dem Motto "Kirche strengt an!" kamen am vergangenen Wochenende über 1000 Jugendliche zur Jugendwallfahrt des Bistums Dresden-Meißen nach Rosenthal in die Oberlausitz. Die Verantwortlichen hatten sich allerlei einfallen lassen, um das Motto sinnenfällig erfahrbar werden zu lassen. So erhielt beispielsweise jeder Teilnehmer am Samstagabend im Kloster Marienstern einen kleinen Ziegelstein, um den eigenen Namen darauf zu schreiben. Auf dem Fußweg von Marienstern nach Rosenthal war dann der Stein eines anderen zu tragen und so zu spüren: "Einer trage des anderen Last." Eine zusätzliche körperliche Anstrengung hatten diejenigen Wallfahrer auf sich genommen, die mit Fahrrädern oder zu Fuß nach Rosenthal gekommen waren.

In seiner Predigt beim Gottesdienst am Sonntag rief Bischof Joachim Reinelt die Jugendlichen auf, wie Jakob im Alten Testament Streiter Gottes zu sein, mit ihm zu ringen. Das bedeute, nicht den bequemen Weg zu wählen: "Du bist glücklich und erfüllt, wenn du dir den Gipfel wirklich errungen hast. Kirche ist Einsatz - in Gemeinschaft!" Die dunklen Stellen, die es in jedem Leben gebe, seien dazu gedacht, eine Gotteserfahrung zu machen. Dafür lohne sich jede Anstrengung.

In der Wallfahrtsstunde nahm Bischof Reinelt noch einmal Bezug auf seine Predigt: Die dunkle Frage "Warum?" und der Kampf mit Gott war für einige Teilnehmer bedrängende Wirklichkeit geworden. Ein Unfall, bei dem ein Kind schwer verletzt wurde, überschattete das Ende der Wallfahrt. Die Andacht in der Kirche gab den Jugendlichen Raum, ihre Fragen und ihr Ringen im Gebet vor Gott zu tragen.

Ohne die vielen Helfer wäre die Jugendwallfahrt gar nicht zu denken: Die inhaltliche und organisatorische Arbeit des Teams der Jugendseelsorge und des Bistums-Jugendhelferkreises war ebenso notwendig wie die vielen Helfer bei der Wallfahrt selbst. Genannt seien "die (h)eiligen Geister", etwa 20 an der Zahl, die sich für diverse Arbeiten einteilen ließen - "weil's Spaß macht", wie Stefanie Sonntag aus Schirgiswalde, die zum vierten Mal als "(h)eiliger Geist" dabei war, glaubwürdig versicherte - oder einfach da waren und zupackten, wo's nötig war. Und natürlich gehörte die Musik dazu: die Bands und Chöre, die die Gottesdienste und Andachten mitgestalteten. Sie alle trugen dazu bei, dass auch diese Wallfahrt den Jugendlichen ermöglichte, Kraft für ihren Alltag zu sammeln.

Elisabeth Meuser

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 24 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 14.06.2001

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