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Aus der Region

Dem missionarischen Ziel gerecht geworden

Pastorales Zukunftsgespräch

Die Texte sind fertig, die Beschlüsse von Bischof Leo Nowak in Kraft gesetzt. Die Bistumsversammlung des Pastoralen Zukunftsgesprächs (PZG) im Bistum Magdeburg hat ihre Arbeit getan. Was hat der Prozess gebracht? Wie muss es weitergehen? Der TAG DES HERRN sprach mit Mitgliedern der Bistumsversammlung:

Wolfgang Müller, Vorsitzender des Katholikenrates:

Mit unserem Pastoralen Zukunftsgespräch ist es gelungen, ein großes Stück Demokratie in den kirchlichen Raum zu tragen. Bei der Erarbeitung der Dokumente konnten viele gehört und eine breit gefächerte Einflussnahme auf Text und Inhalt gesichert werden. So ist ein den missionarischen Zielen des PZG gerecht werdendes Gesamtwerk entstanden.

Leider ist es jedoch nicht gelungen, ein umfassendes Dokument zu den Themenkomplexen Familie, Jugend, Kinder und Religionsunterricht zu erarbeiten. Meiner Ansicht nach wäre dies wichtig gewesen, weil es die Umsetzung der Beschlüsse in diesen sehr zentralen Bereichen widerspiegeln und gezielt in Gang setzen müsste. Tröstlich, dass zumindest die "Richtlinie zur Familienpastoral" verabschiedet wurde. Eine Konzeption "Familienpastoral" muss folgen. Und auch die Arbeit am Themenspeicher zu den Fragen, die nicht auf Bistumsebene geklärt werden können, steht an, um diesbezüglich wenigstens vorhandene kirchenrechtliche und pastorale Möglichkeiten etwa hinsichtlich von geschiedenen katholischen Christen darzulegen und bewusst zu machen. Die Dokumente des PZG müssen Handlungsrichtlinie und Handwerkszeug für die Gemeinden werden, um den richtigen Weg in die Zukunft einzuschlagen und zu gehen. Hier sind viele Multiplikatoren, aber letztlich alle Gemeindemitglieder gefordert. Zur Sicherung der Nachhaltigkeit der Umsetzung der Dokumente halte ich es für erforderlich, ein entsprechendes Kontrollorgan einzusetzen.


Pfarrer Reinhold Hentschel
Pfarrer Reinhold Hentschel,Wernigerode:

Das Pastorale Zukunftsgespräch war notwendig. Schwierig war es allerdings, dem Bistum als Ganzem diese Notwendigkeit deutlich zu machen. Mit den Delegierten der Bistumsversammlung konnte aber ein wichtiger Teil des Bistums angesprochen werden. Nun wird es darauf ankommen, wie die Beschlüsse bekanntgemacht und umgesetzt werden. Dabei werden die Pfarrer und Hauptamtlichen eine wichtige Rolle spielen. Auf dieser mittleren Leitungsebene sehe ich nach wie vor den Bedarf, die Notwendigkeit dieses Prozesses deutlich zu machen. Bei der Umsetzung der Beschlüsse sollten wir uns vor Aktionismus hüten. Wir brauchen eine Konzentration auf die wenigen, aber notwendigen Schritte.

Im Zusammenhang mit den anstehenden Strukturveränderungen, insbesondere den Zusammenlegungen von Pfarrgemeinden, wird es darauf ankommen, nicht nur verwaltungstechnische Schritte zu gehen. Zwischen den beteiligten Gemeinden muss es zu einer inneren Partnerschaft um des gemeinsamen Zeugnisses willen kommen.

ep/mh

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 10 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 04.03.2004

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