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Am Lieblingsplatz von St. Bonifaz

Das Bildungswerk Erfurt bietet im Sommer eine Studienreise nach Fulda an

Begleitet die Studienreise: Eva Becher vom Katholischen Forum in Erfurt.

Erfurt / Fulda (as) -Er hatte den Mut, sich unter die Heiden zu wagen und dort zu missionieren. Und er hat es fertiggebracht, eines ihrer wichtigsten Heiligtümer, die Donareiche bei Fritzlar, zu Fall zu bringen. Wenn man heute vom Christentum in Europa spricht, spricht man vom heiligen Bonifatius. In diesem Jahr jährt sich sein Todestag zum 1250. Mal. Vor allem im thüringischen und hessischen Raum, wichtige Stätten des Wirkens des "Apostel der Deutschen", wird mit zahlreichen Veranstaltungen des Heiligen gedacht.

Die Stadt Erfurt hat dafür sogar ein eigenes Programm zusammengestellt und arbeitet dabei eng mit den Kirchen, Musseen und Theatern zusammen. Ein Höhepunkt im Bonifatiusjahr ist eine Studienreise, die das Erfurter Katholische Bildungswerk vom 20. bis 22. August nach Fulda anbietet. "Wir wollen uns auf den Spuren des Heiligen machen, seine Wirkungsorte besuchen und natürlich auch Wissenswertes erfahren", meint Eva Becher, Mitarbeiterin beim Erfurter Katholischen Forum, die die Gruppe nach Fulda begleiten wird.

Los geht es am Freitagnachmittag mit dem Bus vom Domplatz in Erfurt. Schon am Abend ist ein einführender Vortrag mit dem bekannten Kirchenhistoriker Werner Kathrein geplant. In den darauffolgenden Tagen stehen unter anderem eine Wanderung auf der letzten Station des "Leichenweges" von Mainz nach Fulda, der Besuch des Bonifatiusgrabes, ein Besuch des Bonifatiusdenkmals sowie des Benediktinerinnenklosters auf dem Petersberg auf dem Programm.

Der Fuldaer Weihbischof Johannes Krapp wird am Samstag mit den Teilnehmern der Studienreise eine heilige Messe in der Domkrypta feiern. Einen Abstecher wird die Gruppe auch ins Dommuseum machen. Untergebracht ist sie im Bonifatiushaus in der Neuenberger Straße, wo Einzel- und Doppelzimmer zur Verfügung stehen.

Dass sich die Veranstalter gerade Fulda für die Reise ausgesucht haben, ist kein Wunder. Hier befindet sich nur das Grab des Heiligen, ist der Dom auf seinen Namen geweiht. Fulda gilt als die Lieblingsgründung des heiligen Bonifatius, weiß Eva Becher. Hier war er gern zu Gast, und hier ist er auf eigenen Wunsch beerdigt worden.

Dabei ist Winfried, wie der emsige Missionsbenediktiner ursprünglich hieß, nicht unumstritten. Heute verbindet man mit seinem Namen häufig die feste Anbindung der Kirche an Rom. Auch damit werden sich im Bonifatiusjahr Vorträge und Diskussionen beschäftigen. Wollte Bonifatius wirklich eine zentralistische Kirche mit ausgeprägten hierarchischen Elementen oder ihr lediglich eine organisatorische Basis geben?

Für Eva Becher jedenfalls ist das Bonifatiusjahr eine gute Gelegenheit, Kirche auch öffentlich zu präsentieren, denn Bonifatius habe nicht nur das kirchliche, sondern auch das gesellschaftliche Leben nachhaltig beeinflusst. Kirche dürfe sich auch der öffentlichen Diskussion um den Heiligen nicht verschließen.

Dazu haben Christen wie Nichtchristen zum Beispiel im Bistum Erfurt reichlich Gelegenheit. Allein das Katholische Forum werde, so Eva Becher, neben der Studienreise eine dreiteilige Vortragsreihe aus Anlass des Bonifatiusjubiläums anbieten. Sie befasst sich unter anderem mit der Person, dem Werk und der Zeit des Bischofs.

Eine weitere Vortragsreihe soll sich vor allem mit dem Einfluss des Apostels der Deutschen auf die Literatur befassen, hier liegen vor allem die Bonifatiusbriefe als zeitgeschichtliche Dokumente zugrunde.

Anmeldungen und Informationen für die Studienreise im Bonifatiusjahr nach Fulda vom 20. bis 22. August:
Bildungswerk im Bistum Erfurt,
Regierungstraße 44a,
99084 Erfurt,
Tel. (03 61) 6 57 23 75 bis -3 77,
E-Mail: Bildungswerk@Bistum-Erfurt.de

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 9 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 26.02.2004

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