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Bistum Erfurt

Gott und Mensch im Mittelpunkt

Neuer Geschäftsführer der Malteser im Bistum / Sozialverbände vor großen Herausforderungen

Neue Aufgabe: Ulrich Schliwa (rechts) wurde am 19. Februar in sein Amt als Geschäftsführer des Malteser-Hilfsdienstes (MHD) eingeführt. Mitte: MHD-Präsident Johannes Freiherr Heereman, links: Malteser-Diözesanvorsitzender Winfried Weinrich.

Erfurt (as) -Bisher hatte es Ulrich Schliwa mit Jugendlichen zu tun. Jetzt gibt sich der Adel des Malteserordens bei ihm die Klinke in die Hand. Zu seiner Einführung als Geschäftsführer des Malteser-Hilfsdienstes (MHD) für das Bistum Erfurt hat jedenfalls der Chef der Kölner Zentrale, Johannes Freiherr Heereman, persönlich seine Aufwartung gemacht.

Seit 1. Januar leitet Schliwa die Geschäfte des Sozialverbandes und trat damit die Nachfolge von Andreas Geoerg an. Offiziell wurde er am 19. Februar in der Erfurter Bildungsstätte St. Martin in sein Amt eingeführt. Mitglieder, Förderer und Freunde der Malteser waren gekommen. Thüringens Sozialminister Klaus Zeh (CDU) und Generalvikar Georg Jelich sprachen ein Grußwort.

Solidarische Strukturen dringend notwendig

Die neue Tätigkeit des früheren Referenten der Erfurter Jugendseelsorge wird kein Zuckerschlecken werden, denn auch die großen Sozialverbände stehen in der Zukunft vor großen Aufgaben, ist sich MHD-Präsident Heereman sicher. Die finanzielle Situation sei angespannt, die Christen würden weniger und auch die ehrenamtliche Tätigkeit hat sich gewandelt. "Wir haben den Trend zum Teilzeit-Ehrenamt", weiß Heereman, "die Leute engagieren sich für eine bestimmte Zeit oder in bestimmten Projekten, opfern aber nicht mehr ihre ganze Freizeit für einen Verband". Der Baron fordert deshalb eine neue Kultur des Ehrenamtes.

Die größte Sorge bereitet ihm die demographische Entwicklung in Deutschland, deren wirkliche Ausmaße in der Gesellschaft verdrängt würden. "Wenn wir es nicht schaffen, wirkliche solidarische Strukturen zu schaffen, gehen wir albtraumartigen Zuständen entgegen", rechnet Heereman die Altersentwicklung in Deutschland vor.

Dennoch wollen die Erfurter Malteser optimistisch in die Zukunft blicken. Diözesanvorsitzender Winfried Weinrich bedankte sich vor allem beim früheren Geschäftsführer Andreas Geoerg, der es in schwierigen Zeiten verstanden habe, die Arbeit der Malteser zu stabilisieren und zu konsolidieren. Weinrich: "In den letzten Jahren war dieser Dienst nicht leicht und hat auch Spuren hinterlassen, gerade deshalb, weil er in die Zeit der größten und schmerzhaftesten Umstrukturierungen fiel."

Dass die christlichen Sozialverbände bei all diesen Sorgen ihren eigentlichen Auftrag nicht vergessen dürfen, betonte Diözesan-Caritasdirektor Bruno Heller. Spürbar müsse werden, dass christliche Sozialarbeit zwei Seite habe: Die Gottes- und Nächstenliebe. Beide müssen zusammenwirken. "Gott und Mensch stehen bei unserer Arbeit im Mittelpunkt ", sagte Direktor Bruno Heller.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 9 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 26.02.2004

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