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Aus der Region

Chancen für die Umsetzung nutzen

Pastorales Zukunftsgespräch

Die Texte sind fertig, die Beschlüsse von Bischof Leo Nowak in Kraft gesetzt. Die Bistumsversammlung des Pastoralen Zukunftsgesprächs (PZG) im Bistum Magdeburg hat ihre Arbeit getan. Was hat der Prozess gebracht? Wie muss es weitergehen? Der TAG DES HERRN sprach mit Mitgliedern der Bistumsversammlung:

Pfarrer Matthias Weise, Sprecher des Priesterrates:

Der Prozess hat unter den Beteiligten ein Stück mehr Verständnis dafür gebracht, welche Veränderungen im Bistum erforderlich sind. Strukturelle Veränderungen hätte es angesichts der Situation auch ohne PZG geben müssen. Denn die Größe von Gemeinden spielt eine Rolle für den seelsorglichen Dienst. Im Gegensatz zum Leitbildtext bin ich der Meinung, dass auch eine Kirche in der Diaspora, wie wir uns bislang verstanden haben, missionarisch ist. Letztlich ist es die Sache Gottes, ob und wie er Menschen mit seiner frohen Botschaft erreichen will. Das heißt nicht, dass wir uns nicht anzustrengen hätten. Aber es hängt auch nicht davon ab, ob wir unsere missionarische Aktivitäten optimal organisieren. Den bisherigen Prozess kann man mit einer Art großem Gebetsgespräch vergleichen. Insofern hat es für unser Bistum durchaus etwas Positives gebracht.

Brigitte Schmeja, Mitglied des PZG-Tagungspräsidiums:

Die Arbeit des PZG hat bei einer begrenzten Zahl von Laien und Priestern einen Aufbruch bewirkt. Im Laufe des Prozesses war nicht zuletzt bei den Bistumsversammlungen zu spüren, wie das Anliegen die Teilnehmer erfasst hat. Die, die sich engagiert haben, haben während des Prozesses zueinander gefunden. Das birgt große Chancen für die weitere Arbeit und lässt hoffen, dass die Umsetzung gelingen kann. In den nächsten Monaten wird es nicht zuletzt darauf ankommen, dass die Hauptamtlichen in den Gemeinden zu Leitfiguren werden, die die Umsetzung der Anliegen des PZG fördern. Gemeindemitglieder können noch so engagiert sein und sich auf den Kopf stellen -es braucht immer auch die Hauptamtlichen, die mitziehen.

Generalvikar Reinhold Pfafferodt:

Pfafferodt: Jetzt kommt es darauf an, ohne Verzögerung an der Umsetzung zu arbeiten. Ziel ist es, zu einer noch stärker missionarisch orientierten Pastoral zu kommen. Voraussetzung dafür ist zunächst einmal, die Strukturen angemessen zu gestalten. Über die Dechantenkonferenz soll die Notwendigkeit der Gründung von Gemeindeverbünden in die Pfarreien getragen werden. Die Gemeinden sind bis zum Sommer gefordert, aufeinander zuzugehen und Zusammenarbeit zu vereinbaren. Nicht umsonst hat der Bischof die Dechanten und die Hauptabteilungsleiter im Bischöflichen Ordinariat beauftragt, die Verantwortung für die Umsetzung zu übernehmen. Denn während der Generalvikar mit der Pensionierung des Bischofs sein Amt verliert, bleiben erstere während der Vakanz des Bischofsstuhles im Dienst. Dem künftigen Bischof sollen dann bald konkrete Vorschläge für die Bildung von Gemeindeverbünden unterbreitet werden. Sollte es bis zum Sommer nicht gelingen, auf der Ebene der Basis solche Verbünde zu bilden, wird das Ordinariat eingreifen müssen.

ep

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 9 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 26.02.2004

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