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Bistum Magdeburg

Die Arbeit hat erst begonnen

Bischof setzt die Beschluesse des Pastoralen Zukunftsgespraeches in Kraft

Magdeburg (ep) -Ein wichtiger Meilenstein des Pastoralen Zukunftsgespräches (PZG) ist erreicht. Bei einem Festakt in der Magdeburger Johanniskirche unterzeichnete Bischof Leo Nowak am 7. Februar die von der Bistumsversammlung erarbeiteten Texte und setzte sie damit in Kraft. Nun werde es darauf ankommen, zeitnah und mit viel Engagement an die Verwirklichung der Beschlüsse zu gehen, so der Bischof: " Jetzt muss sich bewähren, was wir beschlossen haben. Alle Haupt- und Ehrenamtlichen bitte ich ganz herzlich, sich den anstehenden Aufgaben nicht zu verschließen."

Um den Fortgang des pastoralen Prozesses auch angesichts seiner Pensionierung sicherzustellen, beauftragte der Bischof die Dechanten und Hauptabteilungsleiter, die Umsetzung der acht verabschiedeten Dokumente (TAG DES HERRN berichtete) verantwortlich zu leiten. So sollen etwa in den nächsten Monaten auf Gemeindeebene und im Ordinariat die anstehenden Strukturveränderungen vorbereitet beziehungsweise fortgesetzt werden. Der künftige Bischof -es wird zunächst aber mit einer Vakanz gerechnet -soll dann über die geplanten Gemeindeverbünde und Veränderungen im Ordinariat entscheiden.

Bischof Nowak beauftragte das Bischöfliche Ordinariat, ein Konzept der Familienpastoral im Bistum Magdeburg zu entwickeln, das sich an der von der Bistumsversammlung verabschiedeten Richtlinie "Familienpastoral" orientiert. Zudem machte er sich die Empfehlung der Arbeitsgruppe Themenspeicher und des Präsidiums der Bistumsversammlung zu eigen und setzte eine Arbeitsgruppe ein, die diesbezüglich bereits vorhandenen kirchenrechtlichen und pastoralen Möglichkeiten etwa hinsichtlich von geschiedenen katholischen Christen darzulegen und bewusst zu machen.

Zuvor hatte der Vorsitzende des Katholikenrates, Wolfgang Müller, betont, während der PZG-Arbeit sei es gelungen, "ein großes Stück Demokratie in den kirchlichen Raum zu tragen". Als besonders bahnbrechend bezeichnete Müller die Forderung nach Einrichtung von Petitionsund Schlichtungsstellen im Papier "Strukturen und Zuständigkeiten". Kritik übte der Katholikenratsvorsitzende daran, dass es nicht gelungen ist, "ein umfassendes abschließendes Dokument zu den Themenkomplexen Familie, Jugend, Kinder, Religionsunterricht zu erarbeiten". "Es fehlt", so Müller weiter," damit eine Grundlage gerade für den Bereich, in dem Aufbruch am wichtigsten ist und umfassend geschehen müsste". Dennoch sei mit den acht verabschiedeten Beschlüssen ein "sehr gutes Ergebnis" der Arbeit erzielt worden. Müller verlangte die Einsetzung eines Kontrollorgans der Umsetzung der Beschlüsse.

Im Namen des Priesterrates erinnerte der Magdeburger Pfarrer Matthias Weise daran, dass das PZG ein vom Gebet getragener Prozess war. Auch wenn ihm selbst manches zu aktionistisch gewesen sei, Leitbilder bedürfte es für Aufbrüche allemal. Und dafür habe das PZG seinen Beitrag geleistet. In einem Festvortrag machte der Erfurter Theologe und Philosoph Eberhard Tiefensee deutlich, dass es nach dem Evangelium für die Kirche zum Engagement für und in der Welt keine Alternative gibt (mehr in einer der nächsten Ausgaben). Zu dem Festakt waren neben den Delegierten der Bistumsversammlung, den leitenden kirchlichen Mitarbeitern und Vertretern aus Gemeinden auch Gäste aus Ökumene, Politik und Gesellschaft eingeladen.

Statements und weitere Infos: www.bistum-magdeburg.de

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 7 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Samstag, 14.02.2004

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