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Bistum Dresden-Meißen

Zwischen Schnuersenkel und Zuckertuete

Zum Caritas-Jahresthema: Der Beruf der Erzieherin, des Erziehers

Dresden -Das Caritas-Jahresthema 2004 lautet "Soziale Berufe. Wir sehen uns." Ein Jahr lang stellt der Caritasverband für das Bistum Dresden-Meißen jeden Monat einen sozialen Beruf vor, um das Engagement dieser Berufsgruppen ins Gespräch zu bringen und damit auch ihr Ansehen etwas aufzuwerten.

Vertrauensperson, Helferin, Pädagogin - dies alles und noch viel mehr ist eine Erzieherin für ihre Schützlinge. In einem wichtigen Lebensabschnitt sind die Frauen (und Männer) einen Großteil des Tages für die Kinder da, um die verschiedensten Charaktere in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten. Mit der Förderung der sozialen Kompetenzen der Kinder, der Vermittlung von Werten und der Hinführung der Kinder zum Schulanfang ist den Erzieherinnen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe übertragen. Immerhin nutzen mehr als zwei Drittel aller Eltern die Möglichkeit, ihre Sprösslinge tagsüber in einer Kindertageseinrichtung betreuen zu lassen.

Die Vielfalt der Aufgaben und die hohe Verantwortung bringen es mit sich, dass Fachlichkeit und Professionalität unabdingbar sind. 3 Jahre dauert die Ausbildung zur/zum staatlich anerkannten Erzieher/in inklusive Praktikum. Sie werden unter anderem geschult in Psychologie, Pädagogik, Praxis- und Methodenlehre, Soziologie und Heilpädagogik, an christlichen Ausbildungsstätten außerdem auch in Religionspädagogik.

In ihrem Alltag müssen sich die Erzieherinnen auf die verschiedensten Bedürfnisse und Erwartungen einstellen: Kinder brauchen Geborgenheit, Möglichkeiten zum Rückzug, Zeit zum Träumen, Entdecken und Ausprobieren, Spielen und Toben. Und sie werden auch gefordert und gefördert, eben "erzogen": Zur Rücksichtnahme und zum Miteinander, in der Entwicklung ihrer Sprach- und Denkfähigkeit. Auch motorische Fertigkeiten, kreatives Gestalten und die Fähigkeit, die eigenen Interessen auszudrücken, werden hier eingeübt.

In vielen sächsischen Kindertagesstätten sind Kinder verschiedener Altersgruppen: Krippen-, Kindergarten- und Hortkinder werden hier individuell nach ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen betreut. In einigen Einrichtungen werden auch Plätze für Kinder mit Behinderungen (Integrativplätze) angeboten, die nochmals einer ganz eigenen Betreuung und Pflege bedürfen. Dies alles fordert die Erzieherinnen. Denn sowohl Kinder als auch Eltern haben hohe Erwartungen an sie.

In 24 Caritas-Kindertagesstätten in katholischer Trägerschaft arbeiten im Jahr 2002 207 Erzieherinnen, davon 71 in Vollzeit. 2002 wurden 1 835 Plätze genutzt, davon 209 im Krippenund 287 im Hortalter. In neun Einrichtungen standen 63 Plätze für Kinder mit Behinderungen zur Verfügung. Mit 77 Prozent nahm die Mehrheit der Eltern im Krippen- und Kindergartenbereich für ihr Kind einen Neun-Stunden-Platz in Anspruch.

Claudia Kern

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 7 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Samstag, 14.02.2004

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