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Vom Messdiener zum Musicalstar

Aktiv in der Kirche: Michael Metzner aus Wittichenau

Michael Metzner Wittichenau (kh) - Zu Hause gilt er als "Vertreter für auswärtige Angelegenheiten", sagt Michael Metzner. Oft ist er aus seiner Heimatpfarrei Maria Himmelfahrt in Wittichenau nämlich der Einzige, der Jugendwallfahrten mit vorbereitet oder an bistumsweiten Tagungen teilnimmt.
Sich in der Kirche zu engagieren, damit hat der 19-Jährige schon früh angefangen, zunächst in der Gemeinde: Ein Jahr nach seiner Erstkommunion begann Michael zu ministrieren. Später wurde er Ministrantenhelfer und war in der Jugend aktiv, etwa wenn es darum ging, Osterkerzen zu verzieren oder das Altarbild für Fronleichnam zu gestalten. Als Michael 17 Jahre alt war, fragte ihn ein Ministrant, ob er sein Firmpate werden wolle - gerade zu einer Zeit, als Michael ohnehin hoffte, unter seinen Verwandten und Bekannten ein Patenkind zu finden.
Den Auftakt für seine Arbeit auf Bistumsebene bildete 1995 ein Gruppenleiterseminar in Neuhausen. Inzwischen war Michael schon oft im Don-Bosco-Haus: Voriges Jahr hatte er eine der Hauptrollen im Musical "Athanasius", einem gemeinsamen Projekt des Don-Bosco-Hauses und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend im Bistum Görlitz. Wenn die Proben für das Stück mal wieder bis in die Nacht dauerten, habe er sich schon gedacht: "Was hast du dir hier nur eingebrockt?", erinnert sich Michael.

Dieses Jahr hat er eine Statio für die ökumenische Fußwallfahrt vorbereitet. Seine Mitarbeit in der Kirche sieht Michael als Gelegenheit, seinen Glauben zu leben und gemeinsam mit anderen Christen etwas auf die Beine zu stellen. Wallfahren zum Beispiel bedeutet für ihn auch, Gott zu ehren und ihm Danke zu sagen. Außerdem will Michael im Sommer erstmals als Betreuer bei der "Teenie-Tour" der Don-Bosco-Jugend dabei sein. Erfahrung gesammelt hat er dafür schon bei Ministrantenfahrten und Religiösen Kinderwochen.

Die Frage, warum er sich überhaupt ehrenamtlich engagiert, stellt sich Michael dennoch immer wieder. Er findet aber schnell eine Antwort - "Irgendeiner muss es ja machen" - und denkt an die Freude, die er anderen schon bereitet hat. Und was wünscht sich Michael für die Zukunft? Zunächst einmal hofft er, dass sich jemand findet, der seine Arbeit auf Bistumsebene weiterführt, denn seit er im Klinikum Hoyerswerda seinen Zivildienst macht, hat er weniger Kontakt zu den Jugendlichen in der Gemeinde. Das wird auch so bleiben, wenn er demnächst Sozialpädagogik studiert und nicht mehr zu Hause wohnt.

Michaels zweiter Wunsch betrifft die Ökumene: Da müsse ein stärkeres Miteinander unter den Jugendlichen entstehen, meint er. Es könne nicht sein, dass allein zur katholischen Jugendwallfahrt mehr als 200 Jungen und Mädchen kommen, zur ökumenischen aber nur um die 30.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 23 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 07.06.2001

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