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Bistum Magdeburg

Schwerpunktthema Familie

Bistumsversammlung verabschiedet die letzten Texte / Inkraftsetzung durch Bischof am 7. Februar

Während der Beratungen: Die Bistumsversammlung bei der Arbeit.

Magdeburg (mh) -Mit der fünften Bistumsversammlung ist die wohl wichtigste Phase des Pastoralen Zukunftsgespräches (PZG) im Bistum Magdeburg zu Ende gegangen. Die Delegierten beschlossen am 16. und 17. Januar die letzten Texte des PZG zu den Themen "Ökumene", "Personen und ihre Kompetenzen" sowie eine Richlinie zur Familienpastoral. Die Inkraftsetzung der Beschlüsse durch Bischof Leo Nowak ist für den 7. Februar vorgesehen.

Inhaltlicher Schwerpunkt der Beratungen war die Familienpastoral. Eine "Richtlinie zur Familienpastoral" trat an die Stelle der ursprünglich geplanten Papiere zur Kinder- und Jugendpastoral sowie zum Religionsunterricht. "Im Hinblick auf die heutigen Erfordernisse und Wünsche der Familien" soll die bisherige Familien-, Kinder- und Jugendpastoral sowie die Praxis des Religionsunterrichtes und die Arbeit in den Kindertagesstätten und Schulen in kirchlicher Trägerschaft überprüft werden, heißt es in dem Text. Wie diese Forderung konkret umgesetzt wird, dazu soll das Bischöfliche Ordinariat innerhalb des nächsten Jahres ein eigenes Dokument erarbeiten.

Die Beratung zur Familienpastoral zeigten exemplarisch die Herausforderung, vor der das PZG steht. Bischof Nowak bezeichnete es als das "Ringen um Identität und Offenheit". Das nach nächtlichen Beratungen noch einmal in diesem Sinn überarbeitete Papier verzichtet deshalb auf eine Familiendefinition. Es greift aber die gesellschaftliche Wirklichkeit mit ihren unterschiedlichsten ehelichen und nichtehelichen Formen generationsübergreifenden Zusammenlebens auf. Denn diesen Gemeinschaften will das Bistum Magdeburg "zur Seite stehen".

Der PZG-Text unterstreicht außerdem klar die Bedeutung der christlichen Familie: "Wir betonen den unverzichtbaren Wert der auf Ehe begründeten christlichen Familie und schlagen der Gesellschaft den wertschätzenden Umgang mit dem Leben, partnerschaftlichen Umgang von Frauen und Männern, Treue und Verlässlichkeit in zwischenmenschlichen Beziehungen vor."

Die Bistumsversammlung verabschiedete auch eine Empfehlung zum Umgang mit dem so genannten Themenspeicher. Hier sind die vom PZG nicht behandelten Themen der Eingaben zusammengefasst, beispielsweise die Entkopplung von Zölibat und Amt, der Zugang für wiederverheiratete Geschiedene zu den Sakramenten oder die Kompetenzen von Laien. Die Bistumsversammlung hat den Bischof gebeten, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die für diese Themen die "schon möglichen kirchenrechtlichen und pastoralen Möglichkeiten klären und darlegen soll".

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 4 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 05.02.2004

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