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Bistum Erfurt

Suche nach dem richtigen Weg

Neujahrsempfang in Heiligenstadt: Kirche und Politik betonen Gemeinsamkeiten

Miteinander im Gespräch: Der Neujahrsempfang des Bischöflichen Kommissarius im Eichsfeld ist eine Gesprächsplattform für die regionalen Entscheidungsträger. Das Foto zeigt Elsbeth Weiler von der Schulstiftung des Bistums beim Vortrag.

Heiligenstadt (mh) -Der Landrat des Eichsfeldkreises, Dr. Werner Henning (CDU), hat die Kirche aufgefordert, sich auch künftig in der öffentlichen Diskussion deutlich zu Wort zu melden. Zwar gebe es im Alltagsgeschäft die Trennung von Staat und Kirche, gleichzeitig bestehe aber eine grundsätzliche Zusammengehörigkeit, sagte Henning beim traditionellen Neujahrsempfang des Bischöflichen Kommissarius für das Eichsfeld, Propst Heinz Josef Durstewitz, in Heiligenstadt. Bei der Suche nach der Lösung anstehender Probleme seien "gebietsübergreifende Wortmeldungen erlaubt". Er werde weiterhin dankbar die Begleitung durch den Propst annehmen.

Die Kirche habe für die Lösung politischer und gesellschaftlichen Fragen keine Rezepte. "Aber wir haben Normen, die sich bewährt haben", sagte Propst Durstewitz. Auf zwei dieser Prinzipien wies er in seiner Ansprache hin: Jeder einzelne Mensch ist einmalig und unersetzlich. Zugleich lebe er aber immer in Gemeinschaft. Die Interessen des Einzelnen und der Gemeinschaft müssten weitgehend miteinander in Einklang gebracht werden.

Wie in jedem Jahr hatte Durstewitz zu seinem Neujahrsempfang regionale Entscheidungsträger aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kirche eingeladen. Er verband den Dank für die zum Wohl des Eichsfeldes geleistete Arbeit mit der Bitte, um ein faires Miteinander. "Wenn wir gelegentlich verschiedene Meinungen haben, sollten wir dem anderen nicht einfach das Feld überlassen, sondern wir sollten miteinander um den richtigen Weg ringen." Dabei stelle sich zuerst die Frage nach der einzuschlagenden Richtung: "Wer kein Ziel festlegt, wird den Zufällen ausgeliefert sein."

Ein Beispiel für konkretes Engagement in der Gesellschaft stellte Elsbeth Weiler aus Erfurt vor. Sie ist Geschäftsführerin der Katholischen Schulstiftung im Bistum Erfurt, deren Anliegen es sei, die Verantwortung für das Schulwesen auf eine breite Grundlage zu stellen. Die Schulstiftung ermögliche alternative Bildungsangebote auch in Zeiten knapper Kassen, unterstrich Frau Weiler. Gefragt sei dafür das Engagement jedes Einzelnen, entweder durch Zustiftungen oder durch Werben für die Stiftung.

Angesichts der gegenwärtigen Probleme in Deutschland nützen "Stammrischgerede und Kaffeeklatsch" nichts, denn damit werde nichts verändert, unterstrich Frau Weiler. Christen müssten Leuchtürme bleiben oder wieder werden. "Lassen Sie uns als Christen gemeinsam die anderen anstecken. Man schaut auf uns."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 5 des 54. Jahrgangs (im Jahr 2004).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 05.02.2004

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