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Bistum Görlitz

Ein Brückenbauer zwischen Gläubigen

Altbischof Bernhard Huhn hat am 20. Dezember sein goldenes Priesterjubiläum

Bischof Bernhard Huhn: Am 20. Dezember 1953 zum Priester geweiht.

Görlitz -Sein Weihetag zum Priester jährt sich am 20. Dezember zum 50. Mal -ein goldenes Jubiläum, das Altbischof Bernhard Huhn mit einem Festgottesdienst in der Görlitzer Bischofskirche bereits am dritten Adventssonntag feierte. Auch Bischof Tadeusz Rybak aus Liegnitz, der Heimatstadt Huhns, war zu diesem Anlass in der Neißestadt zu Besuch. Im TAG DES HERRN gibt Prälat Bernd Richter einen kleinen Rückblick auf das bisherige Leben des Altbischofs:

Bernhard Huhn wurde am 4. August in Liegnitz (Schlesien) geboren. Nach dem Abitur begann er mit dem Theologiestudium in Breslau, das er erst nach dem Krieg und einer vierjährigen Gefangenschaft fortsetzen und beenden konnte. Zum Priester geweiht wurde er am 20. Dezember 1953 im Priesterseminar Neuzelle. 1954 zum Kaplan an St. Jakobus in Görlitz ernannt, verbrachte er sein weiteres Leben im Dienst der Kirche in Görlitz, wobei ihm immer mehr und stets größere Aufgaben übertragen wurden: 1955 Diözesanjugendseelsorger, 1959 Rektor des Katechetenseminars und bischöflicher Zeremoniar, 1964 Ordinariatsrat und Leiter des Seelsorgeamtes. 1970 ernannte ihn Bischof Gerhard Schaffran zum Generalvikar.

"Pontifex" im wahrsten Sinne des Wortes

Am 13. November 1971 wurde er von Papst Paul VI. zum Weihbischof ernannt und empfing am 11. Dezember 1971 in Görlitz die Bischofsweihe. 1972 übernahm Bischof Huhn als Apostolischer Administrator die Leitung des Görlitzer Kirchengebietes bis zur Errichtung des Bistums Görlitz im Jahr 1994. Das Amt eines Bischofs wird in der lateinischen Sprache mit verschiedenen Begriffen umschrieben. Einer davon lautet "Pontifex" -Brückenbauer. Als solchen sah sich auch Bischof Huhn in seinem Dienst im Bistum Görlitz, das über 200 Kilometer hinweg an polnische Nachbardiözesen angrenzt.

Schon lange bevor kommunale Stellen auf die völkerverbindende Funktion der Neißebrücke zu sprechen kamen und der Gedanke "Görlitz -Europastadt" geboren wurde, hat Bischof Huhn diese Idee in Görlitz gelebt und verwirklicht. Trotz mancher politischer Schwierigkeiten hatte er bereits seit 1970 in unermüdlicher Kleinarbeit einen regelmäßigen Kontakt zunächst zwischen den katholischen Geistlichen von Görlitz und Zgorzelec angeregt und gefördert, dann kamen die Patenschaften der katholischen Pfarrgemeinden der beiden Städte hinzu und erinnert sei auch an die grenzüberschreitenden Prozessionen an Fronleichnam, die bis heute stattfinden.

Das könnte man alles als einen rein innerkirchlich Vorgang deuten, hat aber angesichts der überwiegend katholischen Bevölkerung von Zgorzelec eine eminente völkerverbindende Bedeutung. Der polnische Primas Jozef Kardinal Glemp würdigte Huhns Einsatz und bezeichnete ihn als eine lebenswerte und mutige pastorale Initiative der Versöhnung zwischen beiden Völkern. Im Jahr 1996 wurde Bischof Huhn zum Ehrenbürger der Stadt Görlitz ernannt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 51 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 19.12.2003

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