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Bistum Erfurt

Die Wärme nicht für sich behalten

In Thüringen wurde das Friedenslicht aus Bethlehem verteilt

Angekommen: Pfadfinder Siegfried Arand (rechts), der das Friedenslicht mit aus Wien holte, verteilt es an die Kindern am Bahnhof Leinefelde.

Leinefelde (as) -Vergangenen Sonntag am Bahnhof in Leinefelde: Pünktlich um 15.02 Uhr rollt der Zug ein. An Bord das Friedenslicht aus Bethlehem, das die beiden Pfadfinder Siegfried Arand und Johannes Schneemann von Wien bis hierher gebracht werden. Rund 100 Pfadfinderinnen und Pfadfinder haben sich auf dem Bahnhof versammelt, um das Licht, das seit 1986 von der Geburtsgrotte in Bethlehem aus in alle Herren Länder verteilt wird, in Empfang zu nehmen.

In Thüringen wird das Friedenslicht nicht nur in den Pfadfinderstämmen verteilt, sondern auch in den Gemeinden, Krankenhäusern und Altenheimen -an diesem Freitag wird es auch bei Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) in der Staatskanzlei in Erfurt ankommen.

Bei der Ankunft in Leinefelde hielt der Heiligenstädter Jugendpfarrer Marcellus Klaus eine kurze Andacht. "Wir freuen uns, dass das Licht hier angekommen ist", sagt Klaus. "Es erinnert uns an die Botschaft von Weihnachten. Jesus Christus, der Sohn Gottes wird Mensch, er wird einer von uns und das ist wie Licht in der Dunkelheit." Gerade in unserer Zeit, die von Streit, Hass und Egoismus geprägt sei, habe dies besondere Bedeutung. Viele Menschen sehnten sich nach Frieden. "Das Licht wollen wir aber nicht nur für uns behalten, sondern weitergeben an die Menschen, mit denen wir zu tun haben, die uns anvertraut sind. Wir wollen mit diesem Licht die Botschaft weitergeben, dass uns dieses Licht Hoffnung für den Alltag, für unser Leben schenkt", so Jugendpfarrer Klaus in seiner Ansprache

Das Licht von Bethlehem sei vor allem ein Symbol des Friedens, betont der Diözesanvorsitzende der Pfadfinder, Ludwig Backhaus. Es werde in jedem Jahr von zwei Kindern in Bethlehem entzündet, um dann seine Reise um die ganze Welt anzutreten.

Johannes Schneemann, der bei der Aussendungsfeier im Wiener Stephansdom dabei war, war begeistert. "Es sind Menschen aus rund 20 Ländern gekommen, um das Licht in ihre Gemeinden zu tragen", sagte er. Unterwegs nach Leinefelde durften die Kerzen nicht ausgehen, sonst musste man zurück. Dass dies aber nicht passieren konnte, dafür sorgten schon andere Gruppen, die ebenfalls im Zug saßen.

Die Idee, das Licht aus Bethlehem in alle Welt zu tragen, entstand im Jahr 1986 beim Österreichischen Rundfunk (ORF). Es erinnert daran, dass bei der Geburt Jesu den Menschen guten Willens der Friede verkündet wurde.

Das Licht ist das weihnachtliche Symbol schlechthin. Mit dem Entzünden und Weitergeben des Friedenslichtes wird an die weihnachtliche Botschaft vom Frieden und an den christlichen Auftrag, diesen unter den Menschen zu verwirklichen, erinnert.

Das Friedenslicht wird in den Wochen vor Weihnachten -wenn möglich von einem oberösterreichischen Kind -in der Geburtsgrotte in Bethlehem entzündet. Mit einem Flugzeug wird es in einer explosionssicheren Lampe nach Österreich gebracht und bis Weihnachten aufbewahrt.

Unzählige Menschen holen sich dieses Licht am Heiligabend oder an den Weihnachtsfeiertagen von der Kirche in Laternen nach Hause und entzünden damit die Kerzen des Christbaumes, stellen es in die Fenster und geben es vor allem an Freunde, Nachbarn und Bekannte weiter. Oft ist es auch schon zum Zeichen der Versöhnung geworden, wenn es jemand zu Menschen gebracht hat, mit denen er zerstritten und in jahrelanger Fehde lebte.

Ähnlich wird das Friedenslicht auch in anderen Ländern verteilt, wobei sich dafür in Deutschland, Tschechien, der Schweiz und Italien besonders engagierte Partner wie die Pfadfinder gefunden haben.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 51 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 19.12.2003

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