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Bistum Dresden-Meißen

Kaffee, Kuchen und Schmöllner Nüsse

Zur Luziafeier hatte das Schmöllner Kindercafé zum dritten Mal geöffnet

Nicht nur in Schweden: Die heilige Luzia und der Sternenjunge verteilten auch in Schmölln bei Altenburg ihr Gebäck.

Schmölln (jak) -"Herzlich willkommen im Kindercafé", hieß es am dritten Adventssonntag in Schmölln bei Altenburg. Die Jüngsten der Gemeinde hatten nach dem Gottesdienst alle eingeladen, noch für einige Zeit zusammenzubleiben. Kaffee, Tee und Kuchen gab es für 25 Cent, den Beutel Schmöllner Nüsse für 50 Cent. Der Erlös des Kindercafés -das übrigens in dieser Form zum dritten Male stattfand -unterstützte die Fahrt Schmöllner Jugendlicher zur Firmvorbereitung ins Kloster Wechselburg am vierten Adventswochenende.

Die Idee zum Kindercafé kam aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums des Caritasverbandes für Ostthüringen im September 2002. Konkret sollte die Arbeit der Frauen der Schmöllner Caritasgruppe unterstützt werden. Die Kinder bringen den Kuchen mit, bereiten die Tische vor und übernehmen die Bedienung. Die Jugendlichen sorgen mit Musik für eine angenehme Atmosphäre. Gemeindemitglied Claudia Kirzel sagt rückblickend, dass schon das erste Kindercafé eine gelungene, generationsverbindende Aktion war. Im Advent 2002 schließlich wurde der Erlös dem Winfriedhaus in Schmiedeberg zur Verfügung gestellt, das vom Hochwasser stark in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Ein besonderer Höhepunkt in diesem Advent war das Luziaspiel, dass sich an eine alte schwedische Tradition anschließt. Claudia Kirzel gab eine Einführung in Sinn und Brauchtum dieses Festes. Die heilige Luzia, deren Fest am 13. Dezember gefeiert wird, wurde um das Jahr 286 in Syrakus / Sizilien geboren. Schon früh kam sie mit der christlichen Gemeinde in Kontakt und wurde Christin. Ihre aufopfernde Fürsorge ließ sie in den Augen ihrer Zeitgenossen als Lichtträgerin erscheinen, zum Zeichen dafür trägt die Luzia im Brauchtum bis heute einen Lichterkranz auf dem Haupt. Um das Jahr 310 starb die historische Luzia den Märtyrertod. Im Materialienheft des Bonifatiuswerkes "Luzia -Heilige für Nordeuropa" heißt es zu ihrer Bedeutung für die Christenheit unter anderem: "Luzia ist heute die Stadtheilige von Syrakus und Venedig, von Mantua in Oberitalien und Toledo in Spanien. Sie ist die Patronin der Bauern und Kutscher, der Türhüter und Hausmeister, der Optiker und Glaser. Berufe mit spitzen Werkzeugen wie Näherinnen, Sattler und Polsterer rufen sie an. Sie wird auch angerufen gegen Armut, Feuersbrunst, Augenleiden, Halsschmerzen und Darmerkrankungen."

In Schweden wurde die heilige Luzia nach der Reformation als "Alternative" zum heiligen Nikolaus populär, der nicht länger Geschenke bringen durfte. Und das von Martin Luther favorisierte Christkind als Gabenbringer setzte sich in Schweden nicht durch. So treffen sich bis heute in fast allen schwedischen Gemeinden Jung und Alt zur gemeinsamen Luziafeier. Übertragungen laufen im Fernsehen und die Fenster sind mit einfachen Lichtbögen beleuchtet. Den Höhepunkt bildet der Luziazug, bei dem neben Luzia weitere Mädchen, der Sternenjunge und vier Jultomte teilnehmen. Die Jultomte sind übrigens Weihnachtswichtel, die schon in vorchristlicher Zeit auf den Bauernhöfen wohnten. "Sie bekamen regelmäßig süßen Brei von den Hausleuten hingestellt, damit sie ihnen nicht böse und gefährlich wurden. Diese Wichtel sind eigentlich unsichtbar. Und weil es die Tomte im Brauchtum gibt, haben heute die kleinen Jungen die Möglichkeit am Umzug teilzunehmen" -heißt es in den Erklärungen des Bonifatiuswerkes weiter. Zur Luziafeier gehören aber auch viele Kerzen, gemeinsame Lieder und Gedichte zu Luzia, den Tomten oder das kommende Weihnachtsfest ...In Schmölln wählte Claudia Kirzel die Form einer Kerzenmeditation. Zum Abschluss verteilten Luzia und der Sternenjunge Gebäck an die Besucher -für sie selbst und für die, die daheim bleiben mussten.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 51 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 19.12.2003
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