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Bistum Erfurt

2004 ist ein Bonifatiusjahr

Zahlreiche Veranstaltungen in Thüringen geplant

Starb für die Verkündigung des Evangeliums: Vor 1250 Jahre erlitt Bonifatius den Märtyrertod.

Erfurt (mh) -Das Bonifatius- Gedenkjahr anlässlich des 1250. Todestages des "Apostels der Deutschen" wird im Bistum Erfurt mit zahlreiche Veranstaltungen begangen. Höhepunkt soll die Bistumwallfahrt am 19. September 2004 sein, sagte Seelsorgeamtsleiter, Domkapitular Gerhard Stöber, gegenüber dem TAG DES HERRN. Eröffnet wird das Gedenkjahr für Thüringen mit einer ökumenischen Veranstaltung am 23. April in Erfurt. Geplant sind außerdem Veranstaltungen des Katholischen Forums und Reisen "Auf den Spuren des heiligen Bonifatius".

Das Bonifatiusjahr biete die Chance, anhand der Gestalt des Heiligen zu fragen, worauf es heute bei der Verkündigung des Evangeliums ankommt, sagt Stöber. "Welche Gestalt muss die Kirche in unseren Gemeinden und in unserem Land haben, damit sie das Evangeliuum verkünden kann und dabei untereinander in einer inneren Verbindung bleibt?" Die Beschäftigung mit dieser Frage könne eine Fortsetzung der Arbeit des Pastoralkongresses vom Oktober diesen Jahres sein.

Auch die Bistumswallfahrt will mit dem Motto "Glauben in bewegter Zeit" eine Brücke zwischen Bonifatius und der Gegenwart schlagen. Stöber: So wie Bonifatius in bewegter Zeit getrennte Räume miteinander verbunden habe (beispielsweise die noch nicht gefestigte Kirche im germanischen Raum mit der Kirche von Rom) gelte es auch heute getrennte Räume miteinander zu verbinden (beispielsweise Glauben und Politik oder Zeit und Ewigkeit). Diese Themen sollen in den Zwischenveranstaltungen des Wallfahrtstages aufgegriffen werden. Eine besondere Rolle werde dabei der europäische Gedanke spielen, denn zur Wallfahrt sind die Bischöfe der Partnerstädte Erfurts eingeladen. Da ein Teil von ihnen aus osteuropäischen Ländern kommt, in denen das Verhältnis zwischen Staat und Kirche nicht immer spannungsfrei sei, hofft Stöber, dass an diesem Tag auch deutlich werden kann, dass Staat und Kirche gemeinsam für das Wohl der Menschen wirken können. Der Wallfahrtsgottesdienst soll vom Fernsehen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) übertragen werden.

Das Katholische Forum wird Bonifatius in voraussichtlich neun Abendveranstaltungen zum Thema machen, sagte dessen Geschäftsführer Hubertus Staudacher. Bonifatius in der Geschichte, seine Briefe sowie das Thema Reliquien sind unter anderem geplant. Auch der traditionelle Kirchensprung (ein meditativer Rundgang zu Erfurter Kirchen) wird 2004 entsprechend geprägt sein. Das Bildungswerk des Bistums hält außerdem einige Vorträge zu Bonifatius bereit, die auf Wunsch in den Gemeinden gehalten werden können. Schließlich wird es noch zwei Angebote für Reiselustige geben: Das Bildungswerk lädt im August zu einer Studienfahrt nach Fulda ein und die katholische und evangelische Jugend unternehmen eine ökumenische Radtour auf den Spuren des Heiligen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 50 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 11.12.2003

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