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Aus der Region

Ohne regionale Präsenz geht es nicht

Aus der Arbeit der Dekanatsstelle der Jugendseelsorge Gera

Kaplan Baumgarten (r.)mit seinen Mitarbeitern Gera (jak) - "Zunehmend kommen heute Jugendliche zu unseren Veranstaltungen, die nicht getauft sind", berichtet der Jugendseelsorger des Dekanates Gera, Kaplan Christoph Baumgarten. Beispielweise zu den von der Dekanatsstelle der Jugendseelsorge Gera aus organisierten Fahrten nach Taizé. Die christlichen Mädchen und Jungen bringen einfach ihre Freunde mit. Und auch die sind beeindruckt vom gelebten Christentum der ökumenischen Gemeinschaft im Süden Frankreichs. Dies zeige sich immer wieder bei zahlreichen Gesprächen, die Christoph Baumgarten bei den Heimfahrten führte. Der Geraer Kaplan ist froh, dass es die Dekanatsstellen der Jugendseelsorge im Bistum Dresden-Meißen gibt. Sie machen es vor Ort möglich, die Jugendseelsorge auf hohem Niveau arbeiten zu lassen. Dies betrifft längst nicht nur Fahrten nach Taizé, sondern eine Vielzahl von Angeboten, die eines wollen: Den jungen Leuten eine Heimat im Glauben und in der Kirche anzubieten. Und das auch die Ungetauften sich ansprechen lassen, sei ein gute Zeichen für die Qualität der Arbeit und biete zudem die Chance, das Christentum anderen als einen Weg für ihr Leben anzubieten.
Eine der nächsten großen Aktivitäten wird der Thüringentag im September diesen Jahres sein. Zusammen mit dem evangelischen CVJM - Christlicher Verein junger Menschen - wird die Dekanatsjugendseelsorge auf einer eine Jugendaktionsbühne den Mädchen und Jungen eine Stimme geben. Hier können sie ihre Probleme zu Sprache bringen, aber auch ihr Können, beispielsweise in musikalischer Hinsicht unter Beweis stellen.
Im neuen Gemeindehaus der St. Elisabethgemeinde an der Kleiststraße / Ecke Nicolaistraße hat die örtliche Jugendseelsorge ihren Platz gefunden. Das Büro ist direkt von der Straße aus zu erreichen, was manchem Jugenlichen auch die Scheu nimmt, zur katholischen Kirche zu kommen. Doch dies ist nur ein Vorteil, gleich neben dem Büro befinden sich die Jugendräume der Gemeinde, die auch vom Dekanat genutzt werden. Im Büro anzutreffen sind Conny Fris und Stefan Amler, die beiden Jugendreferenten, die sich eine Vollzeitstelle derzeit teilen. Stefan Amler weist darauf hin, dass die Angebotsschiene nur ein Teil der Arbeit ist, vieles an der Arbeit eines Jugendreferenten hat auch mit Dienstleistung zu tun. Denn sie kennen sich aus, wie und wozu beispielsweise Mittel für das eine oder andere Projekt in den Gemeinden zu bekommen sind. So helfen die Jugendreferenten bei der Antragstellung und der Organisation so mancher Sache, die nicht im Terminplan aufgeführt ist. Kaplan Christoph Baumgarten weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass im Zuge der bevorstehenden Gemeindereform die Dekanatsstellen der Jugendseelsorge noch an Bedeutung gewinnen werden. "Es kommt darauf an, die Pfarrer und Kapläne zu entlasten, damit sie sich voll auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren können und von organisatorischen Aufgaben befreit werden", betont Christoph Baumgarten. Und ohne die Rückendeckung der Dekanatsstelle könne er schon heute manches nicht leisten, fügt er an.
Conny Fris weist auf die Mitarbeit in kommunalen Gremien hin, so in Stadt- oder Kreisjugendringen. Und Christoph Baumgarten betont, dass die katholischen Jugendseelsorger selbst und die Dekanatsjugendseelsorge bei kommunalen oder Landesbehörden einen hohen Vertrauensvorschuss besitzen. Darauf lässt sich auch in Zukunft aufbauen und manches gestalten.

Insgesamt lässt sich die Aufgabe einer Regionalstelle an vier Eckpunkten festmachen. Zum einen der Kontakt zu den Jugendgruppen und die Schulung der ehrenamtlichen Helfer, dann die Angebote auf Dekanatsebene sowie die bereits genannte Mitarbeit in politischen Gremien und schließlich die Unterstützung der Jugendarbeit in den Gemeinden.

Seit 1993 gibt es diese Form der Jugendseelsorge im Bistum Dresden-Meißen. Zuerst in Chemnitz, Leipzig, Dresden und Plauen, dann kamen die Regionalstellen für die sorbische Jugend in Bautzen, die in Zittau und schließlich Gera dazu. Dort war die fianzielle Situation am Anfang weniger günstig als in den sächsischen Stellen, die vom Aufbauprogramm freier Träger profitieren konnten. Doch die Stellen kosten auch Kirchenmittel. Dabei bleibt die Frage: Wie viel ist den verantwortlichen kirchlichen Stellen die Jugendseelsorge wert. "Eine Schließung der Regionalstellen wäre aber für die Jugendseelsorge eine echte Katastrophe", sind sich Kaplan Christoph Baumgarten, Stefan Amler und Conny Fris einig. Daher werden sie nicht müde, für dieses Modell weiter aktiv zu arbeiten und zu werben. Ein wichtiger Punkt ist zudem der, dass die jungen Leute ihre Ansprechpartner vor Ort genau kennen und Vertrauen zu ihnen haben. Gerade in einem sehr verzweigten Dekanat wie Gera sei dies eine echte Hilfe.

Kontakt: Jugendbüro Kleiststraße 7 in 07546 Gera Tel. (03 65) 8 32 92 30

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 23 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 07.06.2001

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