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Bistum Dresden-Meißen

Eine kleine Gemeinde feiert ein großes Fest

Katholische Pfarrgemeinde Zeulenroda besteht 50 Jahre

Bewegte Jahre: Günther Fröb (links) eröffnet die Ausstellung zur Geschichte der Pfarrgemeinde Zeulenroda.

Zeulenroda (mh) -Das 50-jährige Bestehen ihrer Pfarrgemeinden haben jetzt die katholischen Christen von Zeulenroda gefeiert. "Zu diesem Jubiläum haben wir viele Gäste eingeladen", sagt Pfarrer Bernhard Kühn. Einer von ihnen war der Dresdner Bischof Joachim Reinelt. "Wir wollten unser Jubiläum mit vielen Menschen zusammen feiern", sagt der Pfarrer. So sollte deutlich werden, dass auch eine kleine Diasporagemeinde am äußersten Rand des Bistums mit drei Außenstationen, 900 Katholiken und 140 Sonntagsgottesdienstteilnehmern zur großen Gemeinschaft der Kirche gehört.

Neben der Gemeinschaftserfahrung ist dem Pfarrer noch etwas anderes wichtig: "Die Feier soll uns erinnern, dass wir die geistliche Mitte in der Hektik unserer Zeit nicht verlieren." Eine Hilfe dafür ist das konkrete Glaubenszeugnis der Vorfahren. "Was waren das für Menschen, die am 29. November 1953 -dem Tag der Errichtung der Pfarrei -Freudentränen geweint haben?" Pfarrer Kühn erzählt vom tätigen Glauben einer der Gründerfamilien, den Görlichs. Sie hatten 1930 den Dachboden ihres Hauses zum Gottesdienstraum umgebaut, so dass am 12. Juni 1930 in Zeulenroda der erste katholische Gottesdienst nach der Reformation gefeiert werden konnte.

In die Geschichte zurück blickt auch Pfarrgemeinderatsvorsitzender Günther Fröb: Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Katholiken im heutigen Pfarrgebiet sprunghaft an. 3000 Gemeindemitglieder und 150 Firmlinge waren es 1946. Der Dachboden der Görlichs reichte dafür nicht aus. Konkret gelebte Ökumene schuf Abhilfe: Die Katholiken wurden Gäste in der evangelische Kreuzkirche. 1952 erhielten sie ihre erste Kirche, eine Holzbaracke, die vorher Blumenhalle, Café und Getreidelager war. "Für uns war es mehr als eine Notkirche, es war unsere Heimat" erinnert sich Günther Fröb. 1983 war die Baracke so baufällig, dass die Katholiken wieder die Gastfreundschaft der evangelischen Kirche annahmen. Kurz vor der Wende 1989 erhielten sie ihre neue, jetzige Kirche. "Als Gemeinde sind wir dankbar für dieses Domizil", sagt Fröb.

Einen Überblick über die Geschichte bot während der Jubiläumsfeier eine kleine Ausstellung im Vorraum der Kirche. Gezeigt wurde hier auch das alltägliche Leben einer kleinen Gemeinde mit ihren Höhepunkten, angefangen von den Ereignissen im Kirchenjahr bis zu Hilfsaktionen für Rumänien. "Was in den nächsten 50 Jahren sein wird, wissen wir nicht", meint Günther Fröb. "Aber wir haben heute allen Grund, Danke zu sagen."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 49 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 04.12.2003

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