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Ein neuer Brauch ist entstanden

Zehnter Hubertusritt in der Gegend um Wittichenau

Beginn mit einer Andacht: Zehnter Hubertusritt in der Nähe von Wittichenau.

Wittichenau -Zu Pferd Gott zu loben, das geschieht zwischen den beiden katholischen Pfarrgemeinden Wittichenau und Ralbitz am Ostersonntag ununterbrochen seit über 460 Jahren. Das Osterreiten ist der bekannteste sorbische Brauch. Vergleichsweise jung ist eine andere Tradition: Zum zehnten Mal fand am vergangenen Samstag in der Gegend um Wittichenau der "St. Hubertusritt" statt. Pfarrer Peter Krahl (Lübben, vorher Wittichenau) hat daran teilgenommen und schildert hier seine Gedanken:

Aus Verbundenheit zu den Pferdebesitzern der Umgebung, die alljährlich ihre Pferde zum Osterreiten zur Verfügung stellen, aber vor allem aus Liebe zu ihrem Hobby, dem Reiten, und aus Verehrung für den heiligen Hubertus haben die Wittichenauer Reitsportfreunde 1994 zum ersten Mal zum Hubertusritt eingeladen. Ein solcher Ausritt in der Farbenpracht der herbstlichen Landschaft ist keine Konkurrenz zum Osterreiten. Vielmehr ist es ein Treffen von Pferdefreunden, das mit einem Gotteslob beginnt und in dessen Mittelpunkt das harmonische Miteinander von Mensch und Natur steht. Aus Anlass des Jubiläums fand in diesem Jahr am Vorabend ein Dankgottesdienst statt.

Der Hubertusritt -diesmal am Samstag nach dem Hubertustag -begann mit einer Andacht. Dazu versammelten sich 250 Reiter, Kremserfahrt-Teilnehmer, Helfer und Zuschauer. Neben katholischen und evangelischen Christen sind darunter auch Konfessionslose. Deshalb wurde versucht, das Evangelium in der "Reitersprache" zu verkünden, für das konkrete Hier und Heute. Die Andacht endete mit dem Pferde- und Reitersegen. Anschließend wurden Gruppen gebildet. Die schnellere Gruppe ritt Galopp und Trab und musste einige Hindernisse überwinden. Die Langsameren bevorzugten den Schritt und genossen die herbstliche Landschaft. Nach knapp zwei Stunden trafen beide wieder zusammen, um gemeinsam Mittag zu essen. Nach einem nochmaligen eineinhalb Kilometer lange Ritt bildetet das Vaterunser den Abschluss. Der Hubertusritt war eine gelungene Sache, und er endete auch mit einem kleinen "missionarischen Erfolg": "Von unserem Reitstall sind zwar nur zwei oder drei evangelisch, aber könntest du trotzdem mal zur Pferdesegnung kommen?", fragte ein Teilnehmer.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 46 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 17.11.2003

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