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Bistum Magdeburg

Berufliche und soziale Kompetenz vermitteln

Zehn Jahre Kolping-Bildungswerk Magdeburg

Magdeburg (as / tdh) - Wandel durch sozialen Fortschritt, Ausbildung von sozial Benachteiligten und Bildungsangebote für Erwachsene: Alles das hat sich das Kolping-Bildungswerk Diözesanverband Magdeburg zur Aufgabe gemacht. "Mit seinen Einrichtungen und Förderungszentren unterstützt Kolping Menschen bei der beruflichen und gesellschaftlichen Eingliederung", betonte dessen Vorstandsvorsitzender Winfried J. Bodewein. Im Magdeburger Norbertinum, das das Kolping-Bildungswerk erst 1999 übernommen hatte (Tag des Herrn berichtete), feierte der Verein jetzt sein zehnjähriges Bestehen. Der Magdeburger Bischof Leo Nowak nahm als Gast an der Festveranstaltung teil.

Besonders die Berufsausbildung sei für Kolping ein wichtiges Anliegen, erklärte Bodewein beim Festakt. Nicht alle Menschen seien der Ausbildung oder der Arbeit im Betrieb ohne weiteres gewachsen. In den letzten zehn Jahren habe das Kolping-Bildungswerk deshalb Angebote der persönlichen und beruflichen Bildung entwickelt und umgesetzt. Berufliches Fachwissen sei jedoch nur eine Seite der Medaille. "Es geht auch darum, Kompetenzen und Werte wie Toleranz, Mitmenschlichkeit und Verantwortung zu vermitteln, die junge Menschen zu einer eigenverantwortlichen Lebensgestaltung befähigen." sagte Bodewein.

Auf die Notwendigkeit von Veränderungen wies der Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland, Alois Schröder, hin. Kolping stehe wie viele Institutionen und Verbände im "Wandel der Zeit." Dies bedeute "sich auf den Dienst am Menschen im Kontext immer wechselnder Verhältnisse einzustellen". Nicht das Bewahren der Asche, sondern das Bewahren der Glut sei entscheidend. "Wenn wir nicht die Zeichen der Zeit erforschen, könnten wir heute schon von gestern sein", betonte Schröder. Wie Adolph Kolping müsse man neue Wege wagen, ohne das eigentliche Anliegen aus dem Blick zu verlieren. Schröder: "Wer sich vom Ursprung entfernt, ist zum Untergang verurteilt."

Der Kolping-Bildungswerk Diözesanverband Magdeburg ist nach den Bildungswerken in Thüringen und Sachsen der dritte große Kolping-Bildungsträger, der nach der Wende im Osten Deutschlands gegründet wurde. Neben seinem ursprünglichen Anliegen, der Ausbildung von sozial benachteiligten und lernbehinderten Jugendlichen, bietet der Verein heute einige andere Möglichkeiten der beruflichen Bildung und Vorbereitung an. Durchgeführt werden Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen, Trainingsmaßnahmen für Arbeitslose oder Sprachlehrgänge für Aussiedler. "Das Angebot ist inzwischen sehr vielfältig", sagt der Geschäftsführer des Bildungswerkes, Kay Herklotz. Weitere Maßnahmen kämen dazu. In sozialen Projekten wie "Arbeiten und Lernen" oder "Schulverweigerer" würden junge Menschen gezielt an den schulischen und beruflichen Alltag herangeführt.

Das Magdeburger Kolping-Bildungswerk beschäftigt nach eigenen Angaben zurzeit 89 hauptamtliche Mitarbeiter und verfügt über Standorte in Magdeburg, Genthin, Oschersleben und Halberstadt. Etwa 700 Teilnehmer nutzen die Bildungsangebote.

Aufgeschreckt wurde die Öffentlichkeit Ende des vergangenen Jahres durch die Insolvenz des Kolping-Bildungswerk Sachsen e.V. Hier mussten 25 Gesellschaften Zahlungsunfähigkeit anmelden. Nach Meldungen der Deutschen Presseagentur (dpa) prüft der Insolvenzverwalter zurzeit, ob Strafanträge gegen die früheren Geschäftsführer gestellt werden. "Für uns kein Thema", versichert Kay Herklotz, "das Unternehmen ist gesund und wettbewerbsfähig." In Magdeburg blicke man optimistisch in die Zukunft.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 22 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 31.05.2001

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