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Bistum Magdeburg

Eine Chance, im Glauben zu wachsen

Familientage werden in den Gemeinden zum festen Brauch / Ein Impuls zum PZG (Teil 9)

Hoffnungsvögel und Rettungsringe nicht nur für die Arche Noah gebastelt: Gemeinsam mit Familienreferentin Maria Faber (Foto: rechts hinten) überlegten Wittenberger Eltern und Kinder, wie sich Familien Schutzräume schaffen und bewahren können.

Wittenberg / Bernburg / Burg (ep) -In den Gemeinden des Bistums wird es seit einiger Zeit immer mehr zur festen Praxis, ein- oder mehrmals im Jahr zu einem Familientag einzuladen. (Der TAG DES HERRN berichtet davon bereits im vergangenen Jahr aus Klostermansfeld.) So waren etwa am 25. Oktober Wittenberger Eltern mit ihren Kindern in den Räumen ihrer Pfarrei zusammen, um anhand der alttestamentlichen Geschichte von der Arche Noah über Schutzräume für die Familie in schwierigen Zeiten nachzudenken. Einige Wochen zuvor fand unter dem Leitgedanken "Man hört nur mit dem Herzen gut" in Bernburg ein ähnlicher Tag statt. Aber zum Beispiel auch in Wolfen oder in Genthin und Burg wurde schon mehrmals zu solch einem Tag für die jeweilige Region eingeladen.

Die ganze Familie einbezogen

"Alle Teile der Familie waren heute angesprochen", sagte Mutter Diana Scholz gegen Ende des Familientages in Wittenberg. "Die Kinder haben sich beim Basteln der Hoffnungsvögel und Rettungsringe für die Arche richtig wohlgefühlt. Schön war auch, dass ich mich mal an einen gedeckten Tisch setzen konnte." Und Andreas Goßmann meinte: "Ich war überrascht davon, wie Frau Faber unter Einbeziehung der Kinder und mit Hilfe von Tüchern und Materialien uns die Geschichte von der Arche Noah nahe gebracht hat. Der Arche- Tag hat uns Anstöße gegeben, noch regelmäßiger etwas gemeinsam in der Familie zu tun", so der Familienvater aus Bergwitz in der Nähe von Wittenberg. "Denn die Kinder gehen in die Schule, die Eltern arbeiten, da bleibt oft wenig wirklich gemeinsame Zeit. Heute kommt es nicht selten darauf an, sich für die Familie Freiräume und damit einen Schutzraum zu schaffen", so Goßmann.

Das konnte die Leiterin des Tages in der Wittenberger Marien- Gemeinde, Familienreferentin Maria Faber aus Magdeburg, nur bestätigen. Sie ermutigte die Familien -etwa mit der Geschichte von der Arche Noah und der von ihr ausgehenden Hoffnung -auch Gott in diese Freiund Schutzräume hineinzuholen. Dies kam nicht zuletzt auch bei der den Familientag abschließenden Eucharistiefeier zum Tragen.

Auf die innere Stimme des Herzens und damit auch auf Gottes Zusagen zu hören, dazu wollte der Familientag am 30. August in Bernburg ermutigen. Das Angebot begann hier mit der sonntäglichen Eucharistiefeier. Ein Herz mit großen Ohren deutete auf das hin, was Pfarrer Jörg Bahrke im Gottesdienst ansprach: "Wir brauchen ein gutes Gehör, auch für unser Herz und damit für Gott."

"Hört jeder nur das, was er hören will?"

Mit Liedern und Spielen leitete im Anschluss die Köthener Gemeindereferentin Christine Neumann zum weiteren Tagesverlauf über. Zu Mittag wurde mit den Kindern auf dem Pfarrgelände Picknick gehalten. Nach einer Pause ging es dann in je einer Kinder-, Jugend- und Erwachsenengruppe mit der inhaltlichen Arbeit weiter: "Wie hört man sich selbst und in sich hinein? Wie hören Mann und Frau auf ihre Mitmenschen und aufeinander? Hört jeder nur das, was er hören will?" Mit diesen Fragen setzten sich die Erwachsenen gemeinsam mit Frau Neumann auseinander. Im weiteren Verlauf befassten sich die Eltern mit dem Gleichnis von den Arbeitern, die zu unterschiedlichen Zeiten im Weinberg beginnen, am Ende aber alle den gleichen Lohn erhalten ...

Jede Familie einzeln gesegnet

"Anschließend waren wir als Paare eingeladen, eine Viertel stunde lang unserem Partner zuzuhören, was in der zurückliegenden Woche für ihn froh machend und was belastend war. Dies zu tun, fand ich recht schön", sagte Teilnehmerin Andrea Windirsch. "Und auch, dass Pfarrer Jörg Bahrke am Ende des Tages jede Familie einzeln segnete."

"So ein Tag ist eine gute Sache", weiß Frau Windirsch, die auch im Jahr zuvor beim Familientag mit Kinderseelsorgerin Amalia Christl dabei war. "Er bietet die Chance, dass wir als Gemeinde mal neben unseren Seelsorgern vor Ort noch jemanden anderen erleben und Impulse für unseren Glauben bekommen. Schade nur, dass sich nicht noch ein paar Familien mehr ansprechen lassen, obwohl wir sie schon ausdrücklich einladen."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 45 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 10.11.2003

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