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Mit viel ehrenamtlichem Engagement

Ilsenburg: Weihbischof Feige weihte am Allerheiligentag Altar für die St.-Benedikt-Kirche

Weihrauch steigt als Symbol für die Gebete zu Gott auf: Weihbischof Feige (ganz rechts im Bild) konsekrierte den neuen Altar.

Ilsenburg (ep) -Volle Kirche am Allerheiligentag in Ilsenburg: Nach umfänglichen Renovierungsarbeiten in ihrer Kirche einschließlich der Umgestaltung des Altarraumes konnten die katholischen Christen der Harzstadt gemeinsam mit ihren Gästen aus Wernigerode am 1. November Altarweihe feiern. Dazu war auch Weihbischof Gerhard Feige gekommen.

"Ein christlicher Altar erinnert an das Abendmahl Jesu und lädt dazu ein, wie er Mahl zu halten", so der Weihbischof in seiner Predigt. Zudem sei ein christlicher Altar Hinweis auf die Erlösungstat Jesu, ja Symbol für Christus selbst, der mit seinem Leben und Sterben alle Opfer ein für alle mal beendet hat. Indem Menschen um diesen Altar zusammenkommen, versammeln sie sich um die Mitte des Lebens überhaupt, einer Mitte, die der heutigen Gesellschaft weithin verloren gegangen zu sein scheint, sagte Feige.

Die Ilsenburger Kirche St. Benedikt und St. Heinrich wurde 1935 benediziert. Nach dem Krieg kamen zahlreiche Heimatvertriebene in die Gemeinde, so dass der Wernigeröder Vikar Ludolf Leclaire nach Ilsenburg zog und hier bis 1999 Seelsorger war. Seitdem liegt die seelsorgliche Verantwortung wieder beim Pfarrer von Wernigerode.

Alte Altarplatte bei Neugestaltung verwendet

Seit Mai dieses Jahres nun renovierte die Gemeinde ihre Kirche. Dabei wurde mit Hilfe des Nienburger Bildhauers Werner Nickel und des Elbingeröder Steinmetzes Kurt Lichtblau auch der Altarraum umgestaltet. Der aus schwarzem Stein gearbeitete Hochaltar stand bis vor kurzem noch an der Wand. Bildhauer Nickel entwickelte ein Konzept, bei dem für den neuen, mehr die Tischform betonenden Altar die alte große Altarplatte verwendet werden konnte. Und auch das Ambo wurde aus dem vorhandenen Material gefertigt. "Auf diese Weise führen wir die inzwischen fast 70-jährige Gottesdiensttradition um den gleichen Altar fort", so Pfarrer Reinhard Hentschel. Neu ist ein in die Wand eingelassener metallischer Tabernakel, der von außen noch künstlerisch verziert werden soll. Zudem wurde der mit schwarzem Kunststein ausgelegte Fußboden des Altarraums drei Stufen abgesenkt.

Zu Beginn der Altarweihe während der Eucharistiefeier versenkte Weihbischof Feige gemäß alter Tradition am Boden des Altars eine Reliquie. Es handelt sich dabei um eine Reliquie der heiligen Elisabeth und damit der Nichte der heiligen Hedwig, der das Gemeindehaus geweiht ist, wie Pfarrer Hentschel betonte und mit Augenzwinkern von "Familienzusammenführung" sprach. Dann salbte der Weihbischof den Altar mit Öl. Zudem wurde an fünf Stellen Weihrauch entzündet -als Zeichen für die zum Himmel aufsteigenden Gebete derer, die sich um diesen Altar versammeln. Und auch Ambo und Tabernakel wurden durch den Weihbischof gesegnet.

Reliquie der heiligen Elisabeth

Am Ende des Gottesdienstes lobte Pfarrer Hentschel das umfangreiche ehrenamtliche Engagement der 440 Mitglieder zählenden Gemeinde bei der Kirchenrenovierung, so dass die gesamten Arbeiten nur 9000 Euro kosteten. Ausdrücklich nannte der Pfarrer Maler Thomas Beyer, der zum Nulltarif die Wände im Inneren des kleinen Gotteshauses auffrischte. Anton Schuster und sein Sohn Steffen hätten zum Materialkostenpreis die Elektorinstallation erneuert.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 45 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 10.11.2003

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