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Bistum Görlitz

Der Bistumsbibel ihr Kleid geschenkt

Von Beginn an wirkte Buchbinder Bernhard Rohr als Fachmann an der Aktion mit

Bernhard Rohr: Buchbinder aus Leidenschaft und mit langer Tradition.

Görlitz -Die Papierstärke festlegen, das Papier liefern, das Leder für den Einband auswählen und dann auch noch alles in mühevoller Handarbeit zu vier dicken Bänden zusammenfügen -Buchbinder Bernhard Rohr aus Görlitz war vom ersten Papierbogen bis zum gebundenen Buch an der Aktion Bistumsbibel beteiligt. "Es war wichtig bei dieser Bibel nicht all zu dünnes Papier zu verwenden, damit das Papier durch die künstlerischen Verzierungen und Farben nicht wellig wird", erklärt der Buchbinde-Fachmann.

Familienunternehmen mit Tradition

Seit 1960 ist Bernhard Rohr Buchbindermeister. Der Handwerksberuf ist seit Jahrzehnten Tradition in der Familie, denn auch Rohrs Großvater und Vater waren Buchbindermeister. Keine Frage, dass auch Bernhard Rohrs Tochter diesen Beruf erlernte und ebenfalls seit 1987 als Meisterin im Familienunternehmen an der Salomonstraße in Görlitz arbeitet. "Früher gab es 18 Buchbindermeister in Görlitz. Heute bin ich der einzige", so Rohr.

Alte Bücher reparieren, Festschriften, Diplomarbeiten oder Zeitschriften binden -das alles sind seine Aufgaben. "Oft kommen Kunden mit alten DDRBüchern oder mit ihren Märchenbüchern zu mir und wollen diese Erinnerungsstücke neu binden lassen", sagt Rohr. Auch Messbücher aus der ganzen Diözese, Bibeln und alte Gebetbücher liegen in der kleine Stube des Handwerkers herum und warten darauf, restauriert zu werden. Auf die Frage, wie viele Bibeln Rohr in seinem Leben schon gebunden hat, weiß der Handwerksmeister keine rechte Antwort. "Aber die große Bistumsbibel binden zu dürfen, das war eine meiner schönsten Arbeiten", sagt er.

Eine seiner schönsten Arbeiten wohl auch, weil Bernhard Rohr seit seiner Kindheit in enger Verbundenheit mit der Kirche und zum katholischen Glauben steht. "Ohne Kirche kann man nicht leben", sagt er. "Wenn Sie in einer Gemeinde sind, dann leben Sie einfach damit. Jeder hat diese tolle Bewegung unter den Leuten gespürt, die die Aktion Bistumsbibel in den Gemeinden mit sich brachte. Da hab ich mir beim Binden dieses einmaligen Werkes besonders Mühe gegeben und ich finde, sie ist mir gut gelungen", sagt Rohr schmunzelnd.

Grün, Hellrot oder Weinrot zur Auswahl

Ganze 14 Tage lang habe er an der Bibel gearbeitet, hatte die Idee, jeden Band mit einem Alpha und einem Omega zu versehen und auch die passende Materialauswahl für den Ledereinband lag in seiner Hand. "Das Material muss gut sein, denn schließlich soll uns die Bibel ja noch lange erhalten bleiben", so Rohr. Grün, ein kräftiges Rot und ein Weinrot bot er dem Ordinariat als zukünftiges Kleid der Bücher zur Auswahl an. Die Entscheidung fiel auf Weinrot.

einmal der ein oder andere Schaden an der Bistumsbibel entstehen, so wird Rohr so lange wie möglich zur Stelle sein und ihn beheben. Zur Zeit jedenfalls ist die Bistumsbibel unterwegs durch die Gemeinden.

Michaela Mürmann

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 45 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 10.11.2003

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