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Bistum Dresden-Meißen

Danke für die Hilfsbereitschaft

Die Pfarrgemeinde Meißen feierte das Ende der Beseitigung der Flutschäden

Stolz auf die Kirche: Pfarrer Bohaboj erklärt den Gästen die Neugestaltung der Pfarrkirche.

Meißen (mh) -14 Monate nach dem Hochwasser ist die Beseitigung der Flutschäden an den Gebäuden der katholischen Pfarrgemeinde Meißen abgeschlossen. Gefeiert wurde dieses Ereignis mit der Wiedereinweihung der Kirche durch Bischof Joachim Reinelt und einer Festwoche. Abgeschlossen wurde auch die seit dem Jahr 2000 an der Kirche durchgeführte Außenrestaurierung. Das Hochwasser der neben dem Pfarrgelände fließenden Triebisch hatte in der Nacht vom 12. zum 13. August 2002 an Kinderhaus, Pfarrhaus und Kirche Schäden von über 1,1 Million Euro verursacht.

"Die vergangenen Monate haben viel Kraft und Nerven gekostet. Aber wir haben auch viel Solidarität erfahren und neue Freundschaften geschlossen. Danke! Was wir erleben durften, war überwältigend", sagt Pfarrer Heinrich Bohaboj. Er nutzte die Festwoche, um den Gästen aus nah und fern die Mühen und Freuden des letzten Jahres zu schildern. Dabei erinnerte er an die große Spenden- und Hilfsbereitschaft. Über 1000 Spender haben den Meißnern beim Wiederaufbau geholfen. Die evangelischen Gemeinden haben ihre Kirchengebäude unkompliziert den Katholiken zur Verfügung gestellt. Besonders wies der Pfarrer auch auf die durch die Spenden möglich gewordene Unterstützung von Flutopfern durch die Caritas hin: Mit fast 4,2 Millionen Euro wurde über 800 Haushalten geholfen.

Priorität beim Wiederaufbau hatte das Franziskus-Kinderhaus. Es konnte allein mit Spendenmittel hergerichtet und bereits Anfang März wieder eingeweiht werden. Vier Wochen später folgte das Pfarrhaus.

Stolz sind Pfarrer und Gemeinde auf ihre neue, alte Kirche. "Wir haben mit der Sanierung eine Neugestaltung verbunden", berichtet Pfarrer Bohaboj. Die St.-Benno-Kirche erstrahlt jetzt nicht nur in neuen Farben, sondern entspricht den Bedürfnissen einer Gottesdienst feiernden Gemeinde besser als bisher, beispielsweise durch die vorgezogene Altarinsel, um die im Halbrund die Bänke angeordnet sind. Aber auch Gewohntes wie das von Friedrich Press geschaffenen Kreuz aus Meißner Porzellan fand wieder seinen Platz. Geleitet wurden Wiederaufbau und Neugestaltung vom Meißner Dombaumeister Günter Donath, für den die Benno-Kirche jetzt nach dem Dom die zweitschönste Kirche der Stadt ist.

Die Symbolik, die mit der neu gestalteten Kirche theologisch verbunden ist, erklärt Kaplan Dietrich Oettler: "Unsere alte Kirche ist in gewissem Sinn gestorben. So wie sie noch am 11. August 2002 war, gibt es sie nicht mehr. Eine neue Kirche ist entstanden, mit neuen Bänken, neuem Altar und neuem Tabernakel. So ist diese neue Kirche ein Zeichen für Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen." Und welches Fazit zieht Pfarrer Bohaboj? "Gott kann auch auf krummen Zeilen gerade schreiben."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 44 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 02.11.2003

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