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Bistum Magdeburg

Einsatz für die Armen

Philippinischer Bischof: Wir vertrauen dem Wort der Bibel

Anlässlich des Missionssonntages im Bistum Magdeburg zu Gast: Bischof Oliveros, hier mit Brigitte Schmeja vom Bistumsarbeitskreis Mission, Entwicklung, Frieden.

Magdeburg / Halle (ep) -Anlässlich des Weltmissionssonntages an diesem 26. Oktober und der damit verbundenen Kollekte für das Hilfswerk Missio hatte das Bistum in den zurückliegenden 14 Tagen mit José Oliveros den Bischof der philippinischen Diözese Boac zu Gast. Entsprechend dem diesjährigen Motto des Weltmissionssonntages "Dem Wort vertrauen" berichtete Oliveros nicht zuletzt davon, wie die Christen in seiner kleinen Diözese in ihren Basisgemeinschaften miteinander das Wort der Heiligen Schrift lesen, bedenken und wie sie es für ihr oft nicht leichtes Leben versuchen fruchtbar zu machen.

In Gemeinden und Schulklassen sprach der Bischof davon, wie in den Dörfern seiner Diözese -zu der auch acht Inseln gehören -mit Unterstützung und auf Initiative des Bistums Basisgemeinschaften entstanden sind und entstehen. Dafür werden in einer dreijährigen Frist mit Unterstützung von Missio Gemeindeleiterinnen und -leiter ausgebildet, und auch die zu einer Basisgemeinschaft gehörenden Familien werden ein wenig geschult. Die Leiter erhalten auch eine Grundausbildung in Gesundheitslehre, da es kaum Ärzte in den Dörfern gibt.

Einmal in der Woche kommt eine Basisgemeinschaft von rund zehn bis 15 Familien zusammen, um miteinander die Bibel zu teilen. Dabei geht es neben persönlich- familiären und gesundheitlichen Problemen nicht zuletzt auch um die Not hinsichtlich des Lebensunterhaltes. Einige wenige Reiche besitzen in den zu 80 Prozent katholischen Philippinen den größten Teil des Landes, so Oliveros. Eine von der Regierung angestrebte Bodenreform, bei der den vielen landlosen Bauern eigener Grund zugeteilt werden sollte, sei gescheitert. Weil in der Regierung viele Reiche säßen, sei kein entsprechendes Gesetz zu standegekommen. Und auch im Blick auf den Fischfang gehe es ungerecht zu, sagte der Bischof. Gegen die großen Fischfangschiffe reicher Unternehmer könnten die dank kirchlichem Engagements genossenschaftlich organisierten Fischer mit ihren kleinen Boten vergleichsweise nur wenig aus dem Meer holen.

Oliveros war vergangene Woche in Halle auch Gast des Bistumsarbeitskreises Mission, Entwicklung, Frieden. An diesem Samstag und Sonntag nun endet seine Rundreise in Zeitz, wo er am Sonntag die Eucharistie feiert. Bischof Oliveros Vision: Die Kirche muss eine wirkliche Kirche der Armen sein. Seine Forderung an die Menschen der reichen Länder: "Wenn Sie wirklich helfen wollen, investieren Sie nicht wegen des Profits, sondern um die Lebensbedingungen der Armen zu verbessern."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 43 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 26.10.2003

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