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Kirche wurde zur Heimat für den Glauben

Menschen umm die Kathedrale: Christa-Maria Müller

Christa-Maria Müller Dresden (jak) - "Glaube", so zitiert Christa-Maria Müller ihren Pfarrer, "kann nur in Gemeinschaft gedeihen". Und sie fügt hinzu: "Alleine seinen Weg zu finden, das dürfte meiner Meinung nach sehr schwierig sein." Christa-Maria Müller ist eng mit der katholischen Hofkirche und ihrer Gemeinde verbunden. Und sie wirkt aktiv mit, wenn es darum geht, die alten Steine mit Leben zu erfüllen. Sie sagt: "Das Mitarbeiten in der Gemeinde ist eine gute Grundlage für das christliche Leben überhaupt." Zusammen mit Konstanze Hackel übernahm sie als erste Frau kurz nach dem Katholikentag den Dienst einer Kommunionhelferin in der Kathedrale. Zuvor war sie schon als Lektorin tätig.
Sie erinnert sich heute, dass sie erst sehr unsicher war, als Dompfarrer Klemens Ullmann sie ansprach, ob sie nicht als Kommunionhelferin mitarbeiten wolle. Nach einer Zeit des Nachdenkens und der Gewissenserforschung sagte Christa-Maria Müller schließlich zu. Zudem empfindet sie es als Ehre, dass ihr ein solcher Dienst anvertraut wurde. Die Anfragen sind aber geblieben: "Immer wieder prüfe ich mich selbst, ob ich auch würdig bin", betont die Dresdner Christin. Ein weiteres Aufgabenfeld fand Christa-Maria Müller im Kathedralchor, den Domkapellmeister Matthias Liebich leitet sowie im Gemeindechor, für den Domorganist Hansjürgen Scholze verantwortlich ist.
Geboren wurde Christa-Maria Müller in Dresden. Seit frühester Jugend engagiert sie sich im kirchlichen Raum. Musik stand dabei an oberster Stelle. Seit 1970 gehörten sie und ihr Mann zu denjenigen, die zusammen mit der von Dieter Grande gegründeten Gospelformation aus Big-Band, Chor und Solisten durch die damalige DDR zogen und Jugendgottesdienste gestalteten. Nach der Geburt ihrer Tochter beendete sie 1978 dieses Engagement, an den gelegentlichen Treffen der Ehemaligen nimmt sie aber bis heute gern teil. Danach waren sie und ihr Mann alleine im Bistum unterwegs. Mit einem eigenen Programm begeisterten die "Folklore-Müllers" - so ihr damaliger Spitzname - Zuhörer auf Pfarrfesten, Gemeindeabenden oder auf Caritas-Weiterbildungen. Neben ihrer Tochter, die übrigens auch im Kathedralchor singt, hat Christa-Maria Müller einen Sohn. Er ist heute Kantor an der St. Johannesgemeinde in Freiberg. Beruflich arbeitet Christa-Maria Müller seit 1993 im Bischöflichen Ordinariat als Sekretärin.

Auf die Frage, was für sie persönlich die Hofkirche bedeutet, betont Christa-Maria Müller noch einmal den Begriff Heimat. Heimat für den Glauben. "Ich fühle mich dort wirklich zu Hause und bin dafür unendlich dankbar", betont sie. Und sie fügt hinzu: "Wenn wir im Urlaub in kleinere Kirchen kommen, dann sehen wir, wie gut es uns geht. Es ist schon ein Unterschied, ob der Gottesdienst mit 20 oder 30 Leuten gefeiert wird, oder mit einer viel größeren Teilnehmerzahl." So gibt es für Christa-Maria Müller und ihren Mann auch kein Wegfahren an kirchlichen Hochfesten. Dann - wie jetzt zum bevorstehenden Jubiläum - wollen sie einfach mit dabei sein. "Dieses Mitfeiern in der Gemeinde ist für mich und meinen Mann das Tragende", fügt sie hinzu.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 22 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 31.05.2001

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