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Bistum Dresden-Meißen

Offen vom Morgen bis zum Nachmittag

Endlich komplett: Das Peter-Breuer-Gymnasium erhielt Kapelle und eine Turnhalle

Ort der Besinnung und des Gebetes: Bischof Joachim Reinelt bei der Weihe der neuen Kapelle im Peter-Breuer-Gymnasium Zwickau.

Zwickau (gf) -Der 1. Oktober stellte in diesem Jahr am Peter- Breuer-Gymnasium den Tag der Einheit in den Schatten. Joachim Reinelt weihte an diesem sonnigen Mittwoch zwei lang ersehnte Räume: die Schulkapelle und die Turnhalle. "Der Ausbau des Peter-Breuer-Gymnasiums kommt damit zum Abschluss", sagte der Bischof am Ende dieses "Feiertages", nach vielen Worten der Freude und des Dankes.

Nach neun Jahren endet die Zeit der Notlösungen. Andachten fanden bisher im Besinnungsraum statt, einem Schulzimmer, das zugleich den Religionslehrern zur Vorbereitung diente. Als Platz für eine geräumige Kapelle bot sich das oberste Geschoss im "Bibliothekshaus" an. Der Besitzer, die Volksbank, konnte darauf verzichten. Das Gymnasium entfernte Zwischenwände und richtete einen schlichten Ort der Stille und des Gebets ein -mit weißen Wänden, zwei Holzträgern, einem einfachen Altar, Ambo, Kerzenständer und mit 60 einfachen Hockern.

Der Altar -ein Würfel -hat nur sieben Ecken (aus Holz). Die achte Ecke ist ausgespart. An ihrer Stelle sitzt ein Stein-Würfel. Die eingesetzte Porphyr-Ecke ragt etwas heraus und stellt den Eckstein dar -also Jesus Christus. "Jesus bricht aus. Er geht über das Weltliche hinaus", erklärt Michael Olbrich, der stellvertretende Schulleiter, den Gedanken, der dahinter steckt. Wie der Altar sind auch Tabernakel, Ambo und Kerzenständer gestaltet. Die Kapelle soll alle Schüler, Eltern und Lehrer einladen. Ambo und Altar stehen sich deshalb gegenüber, in ihrer Mitte und damit im Zentrum des Raumes befindet sich eine Kerze. "Um eine Kerze können sich auch Atheisten versammeln. Gläubige sehen in der Kerze Jesus Christus -katholische wie evangelische", so Michael Olbrich.

Jeden Dienstag wird von nun an Schulseelsorger Pater Felix Rehbock (OMI) mit Christen -und vielleicht auch Nichtchristen -die heilige Messe feiern. Morgenandachten und weitere Gottesdienste kommen je nach Anlass hinzu. Ansonsten steht die Kapelle von morgens bis nachmittags offen -als Ort des Gebets, der Stille.

Beim Blick auf den Kalender brauchten Lehrer und Schüler nicht lange darüber nachdenken, welchen Namen die Kapelle tragen soll. Am 1. Oktober wird der heiligen Thérèse von Lisieux gedacht. Die Französin ging mit 16 Jahren ins Kloster, als Mädchen. Thérèse von Lisieux war eine Jugendliche. Das trifft das Alter der Schüler. Ihr Satz "Mein Beruf ist die Liebe" passt genau zur Sprache der jungen Menschen -kurz und prägnant", gratulierte Bischof Reinelt zu dieser Wahl. 60 Prozent der Peter- Breuer-Gymnasiasten sind im Übrigen Mädchen.

Unvergleichbar schwerer fiel die Entscheidung über die Turnhalle. Über ein Dutzend Ideen landete im Papierkorb. Am Ende baute die Volksbank gegenüber vom Schulgebäude ein Parkhaus mit integrierter Turnhalle. Das Bistum Dresden-Meißen erwarb die Zwei-Felder-Halle mit den Sanitärräumen für 2,75 Millionen Euro. Der Freistaat übernahm davon 1,56 Millionen Euro. "Als ich in der fünften Klasse das erste Mal Sport hatte, hieß es: Nächstes Jahr haben wir eine Turnhalle", erinnerte sich Thomas Böttger bei der Einweihung -der Schülersprecher besucht jetzt die elfte Klasse. Der junge Mann sagte es mit einem Lächeln und fügte hinzu: "Ich freue mich über die Halle, wo ich alles habe, was man zum Sport braucht. Danke! Danke aus ganzem Herzen."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 41 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 13.10.2003

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