Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Bistum Dresden-Meißen

Wieder eng zusammengerückt

Gemeinde St. Franziskus Xaverius erhielt Pfarrhaus und Kindergarten

Zeichen der Freude: Auch Bischof Joachim Reinelt staunte nicht schlecht, als sich bei den Einweihungsfeierlichkeiten viele gelbe Luftballons zum Himmel erhoben.

Dresden (tg) -Bisher lagen Pfarrhaus, Kindergarten und Kirche der Franziskus-Xaverius- Gemeinde Dresden weit auseinander, jetzt sind sie enger zusammengerückt. Bischof Joachim Reinelt hat am 27. September das neue Pfarrzentrum der Gemeinde eingeweiht, das zusammen mit dem Kindergarten in einem Haus untergebracht ist. Der Grundstein für das zweistöckige Gebäude unmittelbar neben der Garnisonkirche St. Martin war vor einem Jahr gelegt worden.

Etwa zwei Drittel des zweiteiligen Hauses nimmt der Kindergarten St. Benno ein. Neben einem Krippenraum sind darin unter anderem vier Gruppenräume, ein Schlaf- sowie ein Mehrzweckraum errichtet worden. Sie bieten insgesamt 87 Kindern Platz. Das seien 27 mehr als in der Vorgänger-Einrichtung im St.-Benno-Stift, die inzwischen aufgelöst sei, sagte Gemeindepfarrer Bernd Fischer. Den Kindern steht zudem ein mehr als 2000 Quadratmeter großer Spielplatz vor dem Haus zur Verfügung. Träger des Kindergartens ist der Dresdner Stadtverband der Caritas. Er hat die Räume von der Pfarrei gemietet.

Herzstück des Gemeindezentrums ist ein 134 Quadratmeter umfassender Pfarrsaal, in dem rund 150 Menschen Platz finden. Daneben gibt es eine Zwei-Zimmer- Wohnung für den Pfarrer. Eine weitere, etwas kleinere Wohnung sei für Gäste oder einen Mitarbeiter der Gemeinde vorgesehen, so Pfarrer Fischer. Im Erdgeschoss sind Räume eingerichtet worden für Unterricht, Gespräche und für einen Jugendtreff. Außerdem ein Büro und ein Archiv. Auf dem Dach befinden sich zwei Solaranlagen. Eine davon erzeugt Strom, die andere dient als Zusatz-Anlage zur Warmwasser-Erzeugung.

Errichtet wurde das Gebäude nach Plänen des Dresdner Architekten Werner Bauer. Gekostet hat der Neubau nach Angaben des Bischöflichen Ordinariats rund 2,2 Millionen Euro. Davon hat das Bistum Dresden-Meißen reichlich eine Million Euro übernommen. Weitere knapp 389 000 Euro steuerten das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und das Diasporakommissariat bei. 345 000 Euro will die Stadt Dresden für die zusätzlichen 27 Kindergartenplätze zahlen. Die katholischen Christen der Neustadt beteiligen sich mit rund 227 500 Euro.

Die räumliche Nähe zwischen Pfarrhaus, Kindergarten und Kirche sei ein großer Vorteil für die Gemeinde, so Pfarrer Fischer. Die Familien der Kinder könnten nun einfacher eine intensivere Bindung an die Gemeinde finden. Leichter möglich sei es künftig auch, Taufen oder Hochzeiten in der Kirche mit Feiern nebenan im Pfarrzentrum zu verbinden. Ebenso solle interessierten Besuchern der Martinskirche das Pfarrzentrum als Begegnungsstätte offenstehen.

Das Grundstück hatte die Gemeinde im Tausch gegen das des St.-Benno-Stiftes in der Nähe des Bahnhofs Dresden-Neustadt von dem Immobilienmakler Manfred Kaiser erhalten. Kaiser hatte auch die benachbarte ehemalige Garnisonkirche St. Martin erworben und sie sanieren lassen. Einen Teil dieser Kirche nutzt die Gemeinde für Gottesdienste, seitdem sie im April 1945 Kirche und Pfarrhaus samt Grundstück in der Neustadt verloren hatte. Als Gemeindehaus diente ihr bislang das ehemalige Heizhaus einer Kaserne, das sich seit langem in marodem Zustand befand. Eine Sanierung des St.- Benno-Stiftes als Kindergarten wäre teurer als ein Neubau geworden, sagte Pfarrer Fischer.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 41 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 13.10.2003

Aktuelle Buchtipps