Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Bistum Dresden-Meißen

Christen sind aufgerufen, eins zu sein

Kleine Jubiläen im ostthüringischen Hermsdorf wurden mit einem großen Gemeindefest gefeiert

Prägen das Leben der Christen im Saale-Holzland-Kreis: Der Ökumenische Kirchenchor Hermsdorf beim Festgottesdienst. Vor 25 Jahren gegründet, ist er bis heute lebendiger Teil des Lebens von evanglisch-lutherischer St.-Salvator-Gemeinde und katholischer St. Josefsgemeinde.

Hermsdorf -Kleine Jubiläen standen in der katholischen Pfarrgemeinde im ostthüringischen Hermsdorf an. Vor 25 Jahren wurde ein Pfarrhaus mit Kapelle seiner Bestimmung übergeben, der ökumenische Kirchenchor bildete sich ebenfalls vor 25 Jahren aus den Chören der Evangelisch- Lutherischen Kirchgemeinde St. Salvator und der St.- Josefs-Pfarrgemeinde heraus, die Organistin Steffi Nebel versieht seit 15 Jahren ihren Dienst in der musikalischen Begleitung der Gemeinde, die Schola gestaltet die Gottesdienste seit zehn Jahren mit und Pfarrer Benno Schober übernahm vor zehn Jahren die Hermsdorfer Pfarrei. Es sind keine sensationellen Jubiläen, sie wurden aber zum Anlass genommen, am 20. und 21. September ein Fest auszurichten.

Begonnen wurde mit einer Video- Großprojektion am Samstagabend. Sie stand unter dem Motto "Zeitreise, die Pfarrgemeinde in den vergangenen Jahrzehnten -Impressionen aus dem Gemeindeleben". In mühseliger Kleinarbeit entstand aus Bildern und Videosequenzen ein Film über die vielfältigen Ereignisse und Aktivitäten rund um die Gemeinde. "Dieser Film ist allen Frauen und Männern gewidmet, die sich selbstlos in den vergangenen Jahren zum Dienst in die Gemeinde einbrachten", heißt es im Vorspann. Der Bogen spannt sich von den fünfziger Jahren bis zur Gegenwart. Viele vertraute Gesichter kamen wieder ins Bewusstsein: Die Bischöfe des Bistums, die Seelsorger der Gemeinde, Kinder von einst und jetzt selbst Eltern, der ehemalige Gottesdienstraum im baufälligen Saal einer Gaststätte, der Bau des neuen Hauses. In der Pause zwischen den zwei Filmteilen kam es zwischen Imbiss und Getränken zu einem ersten Gedankenaustausch: "Weißt du noch?", "Es ist schön, so was wieder einmal zu sehen!" Erinnerungen wurden wach, Besinnlichkeit, Wehmut kam bei bei Bildern von Gemeindegliedern auf, die einst das Leben der Pfarrei mitgeprägt, ihr Leben aber schon vollendet haben. Große Resonanz gab es auch an diesem Abend für die Anliegen des Frauenhauses in Stadtroda, das sich in Trägerschaft des Caritasverbandes Ostthüringen befindet. Eine Mitarbeiterin von der angegliederten Beratungsstelle gab einen Überblick über das Anliegen ihrer Arbeit. Hintergrund dafür war der Beschluss des Hermsdorfer Pfarrgemeinderates, alle Erlöse des Gemeindefestes aus Spenden, Bücherbasar und Verzehr zur Unterstützung der Arbeit des Frauenhauses zu übergeben. Immerhin sind an den beiden Tagen 1002 Euro zusammengekommen!

Der Tag klang schließlich mit einer Andacht am späten Abend aus. Geprägt wurden diese Momente der Stille durch die Fragen "Wofür kann ich in dieser Gemeinde dankbar sein?" und "Worum kann ich für unsere Gemeinde bitten?"

Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Festgottesdienstes und der gemeinsamen Feier bis zum späten Nachmittag. Dank des Wetters konnte der Gottesdienst im Freien gefeiert werden. Vor dem eigentlichen Gottesdienst wurden eine St.-Josefs- Statue und eine gelb-weiße Kirchenfahne geweiht. Die Fahne schmückte übrigens zum ersten Mal das Pfarr- und Gemeindehaus. In seiner Predigt stellte Pfarrer Benno Schober dankbar fest, dass es nicht selbstverständlich ist, dass sich Gemeindemitglieder als Helfer, als Lektor oder als Sänger zu Verfügung stellen. Benno Schober nutzte die Gelegenheit, allen -den Großen und den Kleinen -für ihr Engagement zu danken. Weiter wies er -ausgehend von der Lesung aus dem Jakobusbrief -darauf hin, dass die Christen dazu aufgerufen sind, eins zu sein. In ihrem Handeln komm es darauf an, den Blick nicht nur auf das Übel zu richten, sondern vielmehr nach dem zu suchen, was Abhilfe schaffen kann. Harmonie und Frieden unter den Menschen seien zudem nicht von Natur aus gegeben -sie gebe es nur von Gott. Nach dem Gottesdienst schlossen sich die Gratulationen zu den verschiedenen Anlässen des Festes an. Nach Organistin, Schola und Kirchenchor stand schließlich der Pfarrer im Mittelpunkt. Roswitha Krafczyk, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates sagte unter anderem: "Als vor zehn Jahren durch den Weggang von Pfarrer Georg Gebauer in den Ruhestand die Pfarrei neu besetzt werden musste, blieb sie zum Glück nicht verwaist: Wir bekamen einen neuen Pfarrer -Benno Schober." Roswitha Krafczyk dankte Pfarrer Schober im Namen der ganzen Gemeinde für sein Engagement und für die Impulse, die er bisher in Hermsdorf setzte.

Leider konnte der langjährige Priester der Gemeinde, Pfarrer Georg Gebauer an den Feierlichkeiten nicht teilnehmen. Pfarrer Gebauer hatte die Gemeinde 33 Jahre geleitet. Ebenfalls verhindert war die langjährige Seelsorgehelferin Ursula Ehrlich. Mit ihren brieflichen Grüßen waren sie in Gedanken in der Festgemeinde dabei. Glückwünsche kamen auch von den unmittelbaren Grundstücks-Nachbarn von Pfarrer und Gemeinde -sie alle waren zum Fest herzlich mit eingeladen.

Zum Nachmittag zeigte sich unter anderem die Jugend von einer sehr unterhaltsamen Seite: Das bekannte Lied "Da begegnen sich Himmel und Erde" wurde in vielfältiger Form dargeboten, mal das Original, dann als Rap, Soul und Gospel, sogar als Operninzenierung.

Ludwig Krafczyk / Holger Jakobi

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 40 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Dienstag, 07.10.2003

Aktuelle Buchtipps