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Bistum Görlitz

"Noch vier Kilometer bis zum Ziel ..."

Zwölf Pilger aus dem Bistum Görlitz unterwegs nach Santiago de Compostela

Santiago de Compostela (ah / tdh) -Zwei überlebensgroße Pilgerfiguren laden ein: "Seht! Dort unten ist Santiago de Compostela, euer lang ersehntes Pilgerziel. Also, nur Mut!", scheinen sie zu sagen. Zahllose Pilger, die in den vergangenen Jahrhunderten den Weg nach Santiago de Compostela auf sich genommen haben, sprechen von einem "unbeschreiblich starken Glücksgefühl", wenn sie nach endlos erscheinenden Wegen die Kathedrale mit dem Grab des Apostels Jakobus erreichen.

Ebenso erging es auch den zwölf Pilgern aus dem Bistum Görlitz mit Verstärkung aus Dresden und Bayern, die sich gemeinsam mit Ordinariatsrat und Seelsorgeamtsleiter Alfred Hoffmann auch in diesem Jahr wieder auf den Pilgerweg machten. "Als wir die Statuen erblickten stand fest: Nur noch vier Kilometer", erinnert sich Rat Hoffmann. "Über 200 Kilometer hatten wir mit Pilgerausweis, Rucksack und zum Teil Blasen an den Füßen bereits hinter uns gebracht. Vor neun Tagen waren wir in Ponferrada gestartet."

Doch unter das Gefühl der Freude, endlich am Ziel zu sein, mischte sich auch Wehmut: "Nur noch vier Kilometer? Schade. Wir wollen weitergehen! Viel weiter ...", beschreibt Hoffmann die Gefühle. In den wenigen Tagen gemeinsamer Pilgerschaft seien aus Fremden Freunde geworden. Jeder der Frauen und Männer im Alter von 29 bis 66 Jahren durfte seinen persönlichen Weg gehen. Doch vieles haben sie auch mit Pilgern anderer Länder geteilt. Wie etwa das Nachtlager in einer der Pilgerherbergen, in denen sie mit vielen anderen in großen Räumen schliefen und sich von den Strapazen des Weges erholten.

Für jeden Tag gab es einen Wegatz, der beim Gehen meditiert und so "ergangen" werden konnte. Einer dieser Sätze beispielsweise entstammt dem Pastoralplan des Bistums Passau: "Wer in das Geheimnis Gottes eintaucht, taucht neben dem Menschen wieder auf." "Dieses Zusammenspiel von Gottes- und Menschenbegegnung, die Erfahrung des Lebensweges als Geheimnis mit vielen Zielen, die nicht ein Ende markieren, sondern auf ein Mehr Richtung Fülle orientieren, all das gehört zu den einzigartigen Geschenken dieses Pilgerweges", so Alfred Hoffmann.

Am 6. August, dem Fest der Verklärung Christi, kam die Görlitzer Pilgergruppe in Santiago an und nahm am Mittag an der Pilgermesse in der gefüllten Kathedrale teil. Als Konzelebrant hatte Ordinariatsrat Hoffmann am Altar die Möglichkeit, auch einige Worte in Deutsch für die vielen deutschsprachigen Pilger zu sagen. "Alles, was jeder Einzelne auf dem Weg erlebt hatte, durfte hier seinen Platz in Gottes Hand und Herz finden", erinnert er sich zurück.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 17.09.2003

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