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Bistum Dresden-Meißen

Ein Lehrer für den Sinn des Lebens

Pflüger geht, Schäfer kommt - Schulleiterwechsel am Benno-Gymnasium Dresden

Dresden (mh) -Er hat sie in Mathematik, Physik und Latein unterrichtet. Er hat ihnen als Schulleiter vorgemacht, wie man kleinere Wehwehchen heilt und größere Probleme löst. Aber eine besonders wichtige Lektion hat er seinen Schülern an seinem Abschiedstag als Schulleiter des St.-Benno-Gymnasiums Dresden gegeben. "Warum bin ich Priester geworden?", fragte Jesuitenpater Frido Pflüger in der Predigt bei seinem Abschiedsgottesdienst, um dann eine ganz persönliche Antwort auf seine Suche nach dem Sinn des Lebens zu geben: Trotz aller Zweifel und Erfahrungen der Sinnlosigkeit ist die Liebe zu Gott für ihn die einzige Chance auf ein menschenwürdiges Leben. "Und diesen Gott kann ich lieben, weil er ein menschliches Antlitz hat in Jesus Christus, einem Menschen, der mir deutlich macht, was Menschsein bedeutet. Das fasziniert mich und davon will ich als Priester etwas weitergeben." Es gebe in dieser Welt nichts, "was unsere Sehnsucht stillen kann nach einem kraftvollen, glücklichen, satten Leben in Fülle. Aber auf dem Fundament des Glaubens können wir es führen."

Dass Schule mehr ist als Wissensvermittlung, ist für Pater Pflüger, der elf Jahre am Benno-Gymnasium war, davon neun als Schulleiter, keine Frage. Schule ist für ihn vor allem Wegbegleitung junger Menschen in ein sinnerfülltes Leben. So hat er das pädagogische Konzept des Gymnasiums in Trägerschaft des Bistums Dresden-Meißen geprägt. Und dafür gab es am Abschiedstag auch viele Dankesworte, allen voran von Bischof Joachim Reinelt: "Sie haben hier viele wertvolle Jahre verbracht. Ihr Weggang ist ein Verlust für unsere Schule, unsere Stadt und unser Bistum." Die Schule als Raum der Freiheit, eine ganzheitliche Erziehung, Partnerbeziehungen zu Schulen in anderen Ländern waren einige Punkte, die der Bischof hervorhob.

Jetzt wird sich der 56-jährige Jesuit aufmachen nach Afrika. Dort wartet einen neue Herausforderung auf ihn: Er soll in Uganda im Auftrag des Flüchtlingsdienstes seines Ordens ein Schulsystem für Flüchtlingskinder aus dem Sudan aufbauen. Nicht nur Dankesworte nimmt er dorthin mit auf den Weg, sondern auch das Versprechen: "Wir vergessen Sie nicht!" und manches Geschenk, beispielsweise einen großen Fisch aus Keramik. Er soll ihn an die Zeit im Benno-Gymnasium erinnern. Der Fisch ist ein Zeichen der Verbundenheit der Schulgemeinschaft, erklärt Schulseelsorger Michael Beschorner, ebenfalls Jesuit. Jeder neue Schüler erhält einen Fisch zu Beginn seiner Zeit am Benno-Gymnasium. Pater Pflüger bekam ihn zum Abschied.

Einen zweiten Fisch gab es aber zur Begrüßung -für Stefan Schäfer. Er war zuletzt am Evangelischen Schulzentrum Leipzig tätig und hat inzwischen die Nachfolge von Pater Pflüger angetreten. Bischof Reinelt gab ihm -in Anspielung auf seinen Namen -einen Tipp für die neue Aufgabe: "Seien Sie ein guter Schäfer! Seien Sie ein guter Hirt!"

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 17.09.2003

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