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Bistum Magdeburg

Ein Anker für die Kids

Don-Bosco-Kinder- und Jugendzentrum Magdeburg

Magdeburg (pbm) -Über Monate hinweg kamen immer wieder Redakteure von Zeitung, Hörfunk und Fernsehen und wollten wissen: Wie ist das mit der Jugendarbeit in Magdeburg-Nord: Gibt es wirklich so viele Extreme? Was machen Sie dagegen? Schwester Lydia Kaps, die Leiterin des Don-Bosco-Zentrums für offene Kinder- und Jugendarbeit im Norden der Elbestadt, kam oft nicht zu ihrer eigentlichen Aufgabe, der Arbeit mit und für die Kinder- und Jugendlichen. Irgendwann war ihr das mit den Medien dann zuviel.

Jetzt, unmittelbar vor dem zehnten Geburtstag des Don-Bosco-Zentrums, der an diesem Sonntag gefeiert wird, kann die "Nonne", wie Lydia Kaps von vielen der überwiegend nicht christlichen Kinder und Jugendlichen durchaus respektvoll genannt wird, das alles gelassen sehen. Die Arbeit hat sich längst eingespielt, und sie weiß: "Wir brauchen die Medien dringend!" Nur so kann der breiten Öffentlichkeit die "Not-Wendigkeit" der offenen Kinder- und Jugendarbeit vermittelt und nur so können weitere "dramatische Finanzkürzungen" abgefedert werden. Immerhin stünden etliche Magdeburger Einrichtungen vor dem Aus, so die Ordensfrau. "Auch einige, von denen ich selbst viel gelernt habe und mit denen ich gern zusammen arbeite", bedauert Schwester Lydia.

Das vom Bistum und der Stadt Magdeburg finanzierte Don-Bosco-Zentrum werden hoffent-lich auch in Zukunft täglich rund 50 Kinder und Jugendliche besuchen, hofft die Schwester. Mittunter seien es sogar mehr als 70. "Da stoßen wir dann hart an unsere Grenzen", erklärt die Jugendarbeiterin. Mit nur drei Leuten im sozialpädagogischen Bereich könne sie einer so großen Zahl nicht mehr gerecht werden. Doch gerade auf den persönlichen Kontakt legt Schwester Lydia großen Wert: "Wir wollen uns Zeit nehmen für die Kinder und die Jugendlichen, wir wollen ihnen zuhören, mit ihnen spielen, auf Fahrt gehen und, und, und...". Selbst im Gefängnis habe sie den einen oder die andere schon besucht. "Es gibt fast nichts", versichert sie, "was ich für unsere Kids nicht tun würde."

Vermutlich liegt es an diesem Engagement, dass in den vergangenen zehn Jahren "sehr sehr viele" Kinder und Jugendliche das Don-Bosco-Zentrum zu ihrem Treffpunkt gemacht haben. Inzwischen, und das freut die Ordensfrau, gebe es sogar einen festen Stamm von Ehemaligen, die gelegentlich mit ihren Kindern ins Zentrum kommen. Für sie, aber auch für etliche andere sei das Don-Bosco-Zentrum so etwas wie ein Anker. "Die wissen oder spüren das irgendwie", meint Schwester Lydia, "auch wenn sie mal Mist gebaut haben, können sie zu mir und den Mitarbeitern ins Zentrum zurückkommen." Und wenn dann einer wieder auf den "geraderen Weg zurück findet, sind das für mich mit die schönsten Momente in meinem Leben".

Die Feier zum zehnjährigen Bestehen des Don Bosco Zentrums im Milchweg 29 in der Übersicht: 10.30 Uhr Festgottesdienst, anschließend Eröffnung des Festes im Zentrum. 12 Uhr Mittagessen, danach Karatevorführung, Torwandschießen, Hüpfburg, Bastelstraße, Infostände, Kinderschminken; 15 Uhr Kaffee und Kuchen; 16 Uhr Bühnenprogramm. Mitwirkende: Buntes Werkstattprojekt, KJFE Bauarbeiter, Weiberkiste, Rolle 23, Kita Bussi-Bär, Polizei, Malteser, Comeniusschule, Sportverein StahlNord.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 17.09.2003

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