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Aus der Region

Die Situation wird noch schlimmer

Pastoraltheologe Zulehner über die Religion im Osten Deutschlands

Paul Zulehner Sebnitz (mh) -Der Osten Deutschlands ist für den Wiener Pastoraltheologen Paul Zulehner so etwas wie Bayern mit umgekehrten Vorzeichen. "Hier gibt es fast eine atheistische Volkskirche." Diese Situation eröffne der Kirche eine missionarisch einmalige Chance. "Sie brauchen sich nicht um Bestandssicherung zu mühen, sondern können ein missionarisches Risiko eingehen", sagte der Theologe beim Gottesdienst zum Tag der Sachsen in Sebnitz.

Im Gespräch mit dem Tag des Herrn unterstrich Zulehner, die religiöse Situation Ostdeutschlands werde sich weiter verschärfen. Während sich die Unter-30-Jährigen in anderen Regionen Europas wieder mehr für Religion interessieren, sei in Ostdeutschland "die Hoffnung auf schnelle Bekehrungen vorbei. Wahrscheinlich ist der Druck der atheistischen Volkskirche auf den Einzelnen zu groß."

Zulehner würdigte das Bemühen vielen Seelsorger, die Menschen mit dem Evangelium in Berührung zu bringen. Ein Beispiel dafür sei auch die Kirchenpraxis beim Tag der Sachsen.

Rezepte für eine missionarische Kirche unter ostdeutschen Bedingungen könne er nicht geben. "Als Pastroaltheologe aus dem Westen bin ich Lernender." Das Leben der Kirche müsse sich mit Blick auf die Situation vor Ort entwickeln. "Wenn Sie sich dem missionarischen Risiko stellen, können Sie eine Vorreiterrolle für andere Gebiete Europas spielen, die dann bei Ihnen in die Schule gehen können."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 11.09.2003

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