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Bistum Magdeburg

Nur durch Einsatz der Eltern möglich

Alt-Haldensleben / Oschersleben: Grundschulen in katholischer Trägerschaft eröffnet

Selbst Bischof Nowak und Pfarrer Richter möchten hier nochmal zur Schule gehen: Freude über die Eröffnung der katholischen Grundschule St. Martin in Oschersleben.

Magdeburg (pbm / ep) -Freude in Oschersleben und Alt-Haldensleben: Nach intensiven und im Fall von Oschersleben auch langwierigen Bemühungen konnten am vergangenen Samstag in beiden Städten Grundschulen in Trägerschaft der Edith-Stein-Schulstiftung des Bistums eröffnet werden. In Oschersleben besuchen nun 19 Erstklässler die Grundschule St. Martin, in Alt-Haldensleben wurden 17 Kinder eingeschult.

Dem pädagogischen Konzept liegt der Marchtaler Plan zu Grunde, ein reformpädagogischer Ansatz, bei dem die Kinder viel Freiraum erhalten und zur Selbstständigkeit erzogen werden. Wie der Verantwortliche für Schulen in Trägerschaft der Stiftung, Steffen Lipowski, betont, sind die Neugründungen nur möglich geworden, weil sich die Eltern auch finanziell beteiligen und zudem Sponsoren gefunden wurden. So übernehmen die Eltern die Kosten für einen Teil des Schulmobiliars und zahlen eine monatliche Schulgebühr von 46 Euro. "Der Schulträger", so Lipowski, "ist mit der Gründung dieser beiden Schulen bis an die Grenze seiner finanziellen Leistungsfähigkeit gegangen." Die Finanzierung der Bildungseinrichtungen werde zunehmend schwieriger, nicht zuletzt weil das Land in den ersten Jahren keinen einzigen Cent an Fördergeldern zahle. Aber auch geeignete Lehrer seien schwer zu finden. Zur Gründung weiterer Schulen -in Halle gibt es eine Initiative für eine Sekundarschule in Trägerschaft der Edith-Stein-Stiftung -sei derzeit keine "genaue Aussage" möglich.

In Haldensleben ist die Stadtverwaltung dem Träger allerdings ein gutes Stück entgegen gekommen: "Offenbar hat man im Rathaus den weichen Standortvorteil erkannt, den unsere Schule mit sich bringt", meint Lipowski. Die Stadt hat der Stiftung für die Grundschule zunächst Räume in einem auch noch öffentlich genutzten und weitgehend sanierten Schulhaus bereit gestellt.

In Oschersleben befindet sich das Schulgebäude -es war bis 1938 katholische Schule -in Kirchenbesitz. Das Erzbistum Paderborn, bisher Eigentümer, überlässt es in diesen Tagen der Edith-Stein-Schulstiftung. Vor Schulbeginn wurde das Erdgeschoss mit großer Beteiligung der Eltern und der Gemeinde umfassend saniert. Die Räume im Obergeschoss sollen folgen.

"Wir sind nicht zufrieden, was an den öffentlichen Schulen in Oschersleben an Werten vermittelt oder besser nicht vermittelt wird", sagt Matthias Wehling, einer der Hauptinitiatoren der Schulgründung. Deshalb haben wir uns um die Errichtung der Grundschule bemüht, was nun im dritten Anlauf und Jahr endlich gelungen ist. Hauptgrund: Es ließ sich lange für Oschersleben keine geeignete Schulleiterin finden (TAG DES HERRN berichtete). Sein Mitstreiter Thomas Lipski hofft auf eine Ausstrahlung in die Stadt hinein. Schulleiterin Claudia Beckurs sieht dafür gute Chancen: "Wir wollen uns an kleinen ökologischen Projekten beteiligen, zu Tagen der offenen Tür einladen. Und selbstverständlich steht die Schule auch nicht christlichen Kindern offen." Beide Neugründungen sind keine Konfessionsschulen, wie es bei den Grundschulen in Magdeburg und Halle der Fall ist. Folge: Es müssen nicht 50 Prozent der Kiner katholisch sein. "Uns begeistert das Motto unseres Bischofs: ,Um Gottes und der Menschen willen'", sagt Lipski. "Und das wollen wir mit unserer Schule verwirklichen."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 35 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 31.08.2003

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