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Bistum Erfurt

Der Mensch steht im Mittelpunkt

Neubau des Katholischen Krankenhauses St. Johann Nepomuk in Erfurt eingeweiht

Sichtlich beeindruckt: Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) mit Geschäftsführer Jürgen Wehlisch beim Rundgang durchs neue Gebäude.

Erfurt -Mit Gottesdienst und Festakt weihte Bischof Joachim Wanke den Neubau des Katholischen Krankenhauses am 22. August ein. Damit setzt sich eine 265-jährige Tradition des Krankenhauses "St. Johann Nepomuk" am neuen Standort im Südosten Erfurts fort. Der umfassend ausgestattete Neubau, der vom Land Thüringen mit 90,4 Millionen Euro gefördert wurde, hält 420 Betten bereit.

Für die Heilung bedarf es mehr als der Medizin

Aber nicht die Technik stehe im Mittelpunkt, sondern wie bisher die Patienten als Menschen. Diese kommen nicht nur aus Erfurt, da das Haus weit über die Stadtgrenzen hinaus einen guten Ruf besitzt, wie der Geschäftsführer Jürgen Wehlisch in seiner Eröffnungsrede vor etwa 600 Mitarbeitern, Gästen und Vertretern der Kirchen und Politik betonte.

Bischof Wanke mahnte in seinen Eröffnungsworten vor zu hohen Erwartungen: Das Krankenhaus könne den Tod manchmal nicht aufhalten, aber die Not der Kranken lindern. "Für die Heilung des Menschen bedarf es mehr als Medizin." In einer Fürbitte äußerte eine Ärztin den Wunsch, dass trotz betriebswirtschaftlicher Gesichtspunkte der ärztliche Auftrag nicht vergessen werden dürfe. Dieter Althaus (CDU), Ministerpräsident Thüringens, forderte, dass bei der gegenwärtigen Reform des Gesundheitssystems "unabhängig von sozialer Herkunft und Alter die Menschenwürde auch zukünftig beachtet werden muss." Eigentlich würde im Moment, wenn es um Gesundheit gehe, weniger eröffnet und mehr über Kürzung diskutiert. Caritasdirektor Bruno Heller erinnerte als Vorsitzender des Aufsichtsrates daran, dass es nicht selbstverständlich gewesen sei, dass das Katholische Krankenhaus weiterbestehen konnte. "Wir hätten heute keinen Neubau, wenn es zu DDR-Zeiten nicht die Unterstützung des Caritasverbandes aus Berlin und den Altbundesländern gegeben hätte."

Als am Abend des 21. August Handwerker den Staub vom Eingang wegfegten, war der Bau des neuen Krankenhause nach dreijähriger Bauzeit so gut wie bezugsfertig. Bereits nach dem Tag der offenen Tür am 17. August, begehrten erste Patienten Einlass. Mit dem Umzug wird es aber noch ein bisschen dauern. Die Geburtsstation und die Gynäkologie zum Beispiel werden die Arbeit erst nach dem Aufbau des Teams im September aufnehmen. Architekt Guido Messthaler versprach, dass der Umzug reibungslos vonstatten gehen könne. Der Bau müsse jetzt von den Menschen mit Leben erfüllt werden, für die es gebaut wurde. Für ihn hat das katholische Haus einen besonderen Geist, die Kapelle sei ein integraler Bestandteil des Hauses. "Es ist nicht so, wie wenn ich ein kommunales Haus baue." Für die Kirche zu bauen sei für ihn als Architekten ein Geschenk, vor allem wegen der bestimmten und auch fordernden Art während der Planung.

"Mal sehen, wo das Geld geblieben ist"

Die Zimmer sind für jeweils zwei Patienten ausgelegt. Beim Rundgang durch die Operationssäle scherzte Bischof Wanke mit Ralf Schwenken, dem Direktor der Erfurter Pax-Bank: "Ich wollte mal sehen, wo das Geld geblieben ist". Mängel sah an diesem Tag nur ein Bausachverständiger, der rostanfällige Schrauben vermutete und an der Westseite des Hauses Probleme mit Schnee prophezeite. Mit Gedanken an Schnee wird er auf den neuen, sonnendurchfluteten Krankenhausfluren am Eröffnungstag sicherlich allein gewesen sein.

Reiner Just

Informationen im Internet unter www.kkh-erfurt.de

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 35 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 31.08.2003

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