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Bistum Erfurt

Als Zeichen des Glaubens weithin sichtbar

Vor 70 Jahren wurde das Konrad-Martin-Kreuz auf dem Hülfensberg eingeweiht

Symbol des Glaubens: Für die Eichsfelder ist es aber auch ein Symbol der Freiheit, der Treue und Standhaftigkeit.

Hülfensberg / Eichsfeld (er) -Anlässlich seines 50. Todestages 1929 wurde der Ruf nach einem Denkmal für den in Geismar am Fuße des Hülfensberges geborenen Paderborner Bekennerbischofs Dr. Konrad Martin (1812 bis 1879) immer lauter -das thüringische Obereichsfeld gehörte damals noch zur Diözese Paderborn.

Am 7. August 1933 war es schließlich soweit: Eichsfelder in der Heimat und Fremde konnten das 18,6 Meter hohe, weit ins Eichsfelder Land blickende Konrad- Martin-Kreuz einweihen. Anlässlich dieser Einweihung vor 70 Jahren auf dem Hülfensberg hatten nun am ersten Augustsonntag die dortigen Franziskaner sowie die Pfarrgemeinderäte von Geismar (Eichsfeld) und Bebendorf,Döringsdorf zu einer Erinnerungssfeier in Form einer Eichsfelder Andacht eingeladen. In der vollbesetzten Wallfahrtskirche konnte Guardian Bruder Heribert Arens neben zahlreichen Gläubigen aus nah und fern Priester aus der Umgebung, frühere Franziskaner auf dem Berg, Vertreter des öffentlichen Lebens sowie Vertreter der Eichsfelder Vereine, des Konrad- Martin-Bekennerkreises und des Förderkreises Hülfensberg begrüßen. Die musikalische Umrahmung der Feier gestalteten der Kirchenchor Geismar, das Mandolinenorchester Struth sowie Daniel Kaufhold an der Orgel.

Ein selbstbewusstes Ja zu Gott

Die Predigt hielt der aus Geismar gebürtige und jetzt in Gotha tätige Kaplan Roland Genau. Wie Genau ausführte, sei das Kreuz vor sieben Jahrzehnten als Zeichen der Standhaftigkeit Konrad Martins im Glauben, als Zeichen der Freiheit sowie als Zeichen des tief verwurzelten Glaubens der eichsfeldischen Menschen errichtet worden. Der Prediger musste einräumen, dass diese drei Zeichen den heutigen Menschen nicht mehr so selbstverständlich sind wie damals. Er rief deshalb die Gläubigen auf, ein selbstbewusstes Ja zu Gott und Glauben zu sagen. Nach der fast einstündigen Andacht pilgerten die Teilnehmer singend zum Konrad-Martin-Kreuz.

Hier setzten sich nach einem gemeinsamen Gebet in zwei fundierten Vorträgen Thomas T. Müller mit der Vor- und Entstehungsgeschichte des Konrad-Martin- Kreuzes und Albert Kohl mit dessen Restaurierung nach der Wende auseinander. Die Jubiläumsfeier klang mit dem gemeinsamen Singen des Eichsfeldliedes aus. Anschließend verweilten noch zahlreiche Teilnehmer in kleinen Gruppen auf dem Berg bei einem Eichsfelder Picknick unter dem Motto "Mitbringen und teilen" oder sahen sich die Jubiläumsausstellung im Pilgersaal an. Das Konrad-Martin- Kreuz auf dem Hülfensberg ist das geblieben, wozu es einmal aufgerichtet worden ist: Ein Mahnzeichen unverbrüchlicher Treue zur Kirche "in einer Zeit, in der in so vielen Herzen Glauben und Treue verschwinden", wie Papst Pius XI. es 1932 formulierte.

Buchtipp: Thomas T. Müller:
Ein Zeichen aus Licht und Stahl -Das Konrad-Martin-Kreuz auf dem Hülfensberg,
herausgegeben vom Freundeskreis Hülfensberg,
Verlag-Mecke Druck,
ISBN 3-936617-12-0,
Preis: 5 Euro

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 32 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Montag, 11.08.2003

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