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Bistum Magdeburg

Zu Ehren der Wohltäterin

Jutta von Sangerhausen: Ein Platz trägt nun ihren Namen

Sangerhausen (tdh) -Sie war eine bescheidene Frau, die sich uneigennützig für andere einsetzte. Würde sie erfahren, welch große Ehre die Bürger von Sangerhausen ihr vor kurzem erwiesen, sie würde sicher mit dem Kopf schütteln. Die Rede ist von Jutta von Sangerhausen -jene Frau, die im 13. Jahrhundert in der Region um Sangerhausen lebte und den Namen der Stadt trägt.

Seit einigen Wochen nun ist sie Namensgeberin für den Platz vor einem der bedeutendsten und ältesten Bauwerke Sangerhausens, der St. Ulrichkriche. "Jutta- von-Sangerhausen-Platz" steht dort auf dem blauen Straßenschild. Stolz verweisen die heutigen Einwohner damit auf das einstige Lebensumfeld dieser besonderen Frau.

Vermutlich als Adelige geboren, lebte Jutta von Sangerhausen in einer Zeit vielfältiger sozialer Spannungen und religiöser Aufbrüche. Nach dem Tod ihres Ehemannes verzichtete sie auf ihr Vermögen und verschenkte es an Arme, um ein Leben in der Nachfolge Christi zu führen. Sie widmete sich, ähnlich wie ihre bekanntere Vorgängerin Elisabeth von Thüringen (1207-1231) vor allem der Krankenpflege. 1256 führte ihr Weg fort von Sangerhausen ins Missionsgebiet des Deutschen Ordens in die Umgebung von Kulmsee in Preußen, nahe dem heutigen Bielczyny. Etwa vier Jahre lebte sie dort als zutiefst religiöse Eremitin, bis sie im Jahre 1260 starb. Beerdigt wurde sie im Dom von Kulmsee, in dem sich heute eine Jutta-Kapelle befindet.

Seither ist den Menschen das aufopferungsvolle Wirken Jutta von Sangerhausens in Erinnerung geblieben, vielerorts wird sie noch immer verehrt.

Grund genug für den Initiativkreis "Jutta von Sangerhausen" die Geschichte dieser Frau in das Landesprojekt "FrauenOrte -Frauengeschichte in Sachsen- Anhalt" aufzunehmen. Das Projekt hat es sich seit drei Jahren die Aufgabe gestellt, die Geschichten besonderer Frauen in Sachsen-Anhalt bekannter zu machen. Träger des Projektes ist der Verein "Courage" aus Halle. Auf bisher 28 Gedenktafeln werden landesweit weibliche historische Persönlichkeiten der vergangenen 1 000 Jahre gewürdigt. So erinnert in Magdeburg etwa eine Gedenktafel an Mechthild von Magdeburg. Die 29. Tafel steht nun in Sangerhausen und erzählt auf dem Jutta-von-Sangerhausen- Platz die Geschichte dieser mittelalterlichen Wohltäterin.

Informationen über das Projekt "FrauenOrte" im Internet: www.frauenorte.net

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 31 des 53. Jahrgangs (im Jahr 2003).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 03.08.2003

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